Bundesregierung lockert Klimavorgaben: Heizungsgesetz ohne erneuerbare Pflichten
Bundesregierung lockert Klimavorgaben: Heizungsgesetz ohne erneuerbare Pflichten
Die deutsche Bundesregierung hat sich auf weitreichende Änderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) geeinigt und rückt damit von strengen Vorgaben für erneuerbare Heizsysteme ab. Die am 24. Februar 2026 bekannt gegebenen Reformen sehen vor, die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizungsanlagen abzuschaffen und stattdessen eine Quote für grünes Gas einzuführen. Die Entscheidung stößt auf scharfe Kritik aus Baden-Württemberg, wo über 300 Kommunen bereits Wärmewende-Konzepte auf Basis der alten Regelungen finalisiert haben.
Laut den neuen Plänen bleiben die aktuellen GEG-Vorschriften bis Ende Februar 2026 in Kraft. Danach soll das Gesetz in 'Gebäudemodernisierungsgesetz' umbenannt werden – mit einer zentralen Neuerung: Die verbindlichen Vorgaben für erneuerbare Energien im Heizungssektor entfallen. Stattdessen wird eine 10-Prozent-Biomethan-Quote eingeführt. Baden-Württembergs Energieministerin Thekla Walker warnte jedoch, dass dies einen massiven Anbau von Energiepflanzen erfordern würde, den die landwirtschaftlichen Flächen der Region nicht leisten könnten.
Walker kritisierte zudem, dass die Reformen Haushalte weiterhin von Öl- und Gasimporten abhängig halten. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen werde die Kosten in die Höhe treiben, da 'grüne' Alternativen zu Öl nach wie vor knapp und teuer seien. Im Handwerk rechnet man mit einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach neuen Heizungsanlagen, da durch den Wegfall der Klimavorgaben klare Installationsstandards entfallen.
Für die Kommunen bedeutet die GEG-Reform Planungssicherheit: Die Änderungen untergraben die Datengrundlagen ihrer Wärmewende-Strategien. Da Deutschland die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie bis Mai 2026 umsetzen muss, stehen die Städte und Gemeinden nun vor der Herausforderung, ihre langfristigen Energiepläne kurzfristig anzupassen.
Die Überarbeitung des GEG markiert einen deutlichen Kurswechsel in der deutschen Heizungspolitik – weg von erneuerbaren Vorgaben, hin zu einer Biomethan-Quote. Die umfangreichen Planungen der baden-württembergischen Kommunen kollidieren damit mit den neuen Regeln, während die Biogas-Ziele praktische Bedenken hinsichtlich der Flächenkonkurrenz aufwerfen. Zudem verzögern die Reformen die Umsetzung der EU-Effizienzstandards für Gebäude mindestens bis Mitte 2026.
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