Streit um abgelehnte Einbürgerung: Aktivist scheitert an Extremismus-Vorwürfen

Piotr Dietz
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Eine Gruppe von Menschen auf dem Dach eines Gebäudes, die eine Fahne halten, mit einem Baum links und Glasfenstern im Hintergrund, wahrscheinlich protestieren sie zugunsten der deutschen Regierung.Piotr Dietz

Streit um abgelehnte Einbürgerung: Aktivist scheitert an Extremismus-Vorwürfen

Ein deutsches Gericht hat die Aberkennung der Staatsbürgerschaft für einen iranischen Aktivisten wegen seiner Verbindungen zu linksextremistischen Kreisen bestätigt. Das Urteil fällt in eine Zeit, in der Deutschland einen deutlichen Anstieg von Einbürgerungen verzeichnet: Allein 2024 erhielten 291.955 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit. Gleichzeitig hat der Fall eine Debatte über politische Aktivismusgrenzen und die Abgrenzung zu Extremismus ausgelöst.

Das Verwaltungsgericht Stuttgart wies den Antrag von Danial Bamdadi auf Einbürgerung ab und begründete dies mit seiner Beteiligung an gewalttätigen linksextremistischen Aktivitäten. 2017 hatte er einen lokalen AfD-Stadtrat angegriffen, 2021 nahm er an einer Kundgebung zur Unterstützung verurteilter Extremisten teil. Das Gericht urteilte, Bamdadi habe sich nicht ausreichend von gewaltbereiten extremistischen Gruppen distanziert – trotz seines Rechts auf politisches Engagement.

Bamdadi, der für den Verein zur Bewahrung der Demokratie arbeitet, hat für seinen Fall bereits über 17.000 Unterstützerunterschriften gesammelt. Er kündigte Berufung an und argumentiert, die Entscheidung spiegle eine gesellschaftliche Rechtsverschiebung wider und bestrafe demokratischen Aktivismus unfair.

Kritik am Urteil kommt von Gewerkschaften: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Zeitschrift Rote Fahne sehen darin einen Angriff auf Antifaschismus und Gewerkschaftsrechte. Die IG Metall wirft dem Gericht vor, auf fehlerhafte Erkenntnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz zurückzugreifen, und spricht von einer "Kollektivschuld durch Assoziation".

Unterdessen zeigen offizielle Daten einen Anstieg abgelehnter Einbürgerungsanträge: 2023 waren es 3.139, 2024 bereits 5.124 und 2025 sogar 10.616. Umfassende Statistiken zu Ablehnungen speziell wegen politischer Extremismusvorwürfe liegen jedoch nicht vor. Nach deutschem Recht ist ein Entzug der Staatsbürgerschaft nur bei Täuschung während des Einbürgerungsverfahrens möglich, nicht allein wegen extremistischer Haltungen.

Das Urteil verhindert vorerst Bamdadis Einbürgerung, doch er behält das Recht auf Berufung. Der Fall verdeutlicht die Spannungen zwischen politischem Engagement und Extremismusvorwürfen im deutschen Einbürgerungsprozess. Angesichts steigender Ablehnungszahlen wird die Debatte, wer Anspruch auf die Staatsbürgerschaft hat, voraussichtlich weitergehen.

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