Deutschlands Autozulieferer kämpfen ums Überleben – Bosch und ZF streichen Tausende Jobs
Deutschlands Autozulieferer kämpfen ums Überleben – Bosch und ZF streichen Tausende Jobs
Deutschlands Autoindustrie steht vor tiefgreifenden Einschnitten: Jobs verschwinden, Unternehmen kämpfen ums Überleben. Im vergangenen Jahr allein gingen 50.000 Stellen verloren, während große Zulieferer wie Bosch und ZF weitere Kürzungen ankündigten. Der Umstieg auf Elektroautos und die wachsende Konkurrenz aus China setzen viele Betriebe massiv unter Druck.
Besonders hart trifft es die Zulieferer. Zwischen Anfang 2023 und Februar 2026 gingen rund 45.000 Arbeitsplätze durch Insolvenzen und Entlassungen verloren – etwa bei Autoneum, Hella und Forvia. Das Unternehmen Allgeier Automotive in Uhingen brach komplett zusammen und kostete 750 Menschen ihre Jobs. Viele der verbleibenden Firmen fahren ihre Investitionen zurück oder suchen ihr Heil in neuen Märkten.
ZF, der weltweit größte Autozulieferer, ächzt unter massivem Finanzdruck. Das Unternehmen will sechs Milliarden Euro einsparen – was in Deutschland bis zu 14.000 Stellenstreichungen bedeuten könnte. Der neue Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich setzt darauf, dass der Konzern in der Fahrzeugsicherheitstechnik weiterhin führend bleibt – ein Bereich, in dem chinesische Konkurrenten noch hinterherhinken. Gleichzeitig treibt ZF die Umwandlung seiner deutschen Werke in vollautomatisierte "Dunkelfabriken" voran, um weniger abhängig von menschlicher Arbeitskraft zu sein.
Auch Bosch baut ab und plant bis 2030 den Abbau von 22.000 Stellen. Die gesamte Branche steht unter Druck: Deutsche Autobauer verpassten den frühen Boom bei Elektrofahrzeugen und sind nun anfällig für günstigere Konkurrenz aus China. Michael Brecht, Vorsitzender des Betriebsrats von Daimler Truck, fordert den Aufbau eigener Batteriezellenfabriken, um die Zukunft der Branche zu sichern.
Lokale Wirtschaft leidet mit. Rastatt, eine Stadt, die stark von der Autoindustrie abhängt, könnte bereits im nächsten Jahr in eine Haushaltskrise rutschen. Daimler, der größte Steuerzahler vor Ort, kürzt – die Gewerbesteuereinnahmen werden voraussichtlich stark einbrechen.
Die Jobverluste und finanziellen Probleme reißen nicht ab. Fabriken werden immer stärker automatisiert, Unternehmen überdenken ihre Strategien, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ohne grundlegende Veränderungen könnten in den kommenden Jahren weitere Städte wie Rastatt in wirtschaftliche Not geraten.
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