18 April 2026, 14:27

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Mahnmal und Monument zwischen Erinnerung und Streit

Ein Holocaust-Denkmal steht in der Mitte einer Straße, umgeben von einem Metallzaun, umgeben von Grün, Häusern und einem bewölkten Himmel.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Mahnmal und Monument zwischen Erinnerung und Streit

Zwei Statuen, tausende Kilometer voneinander entfernt, stehen als markante Mahnmale für völlig unterschiedliche Geschichten. In Brandenburg erinnert eine stille Stahlfigur an das Leid der Zwangsarbeiter während der NS-Zeit. Unterdessen wurde in Washington D.C. ein Denkmal für Christoph Kolumbus errichtet – mitten in den Protesten gegen Amerikas koloniale Vergangenheit. Beide dienen als Orte der Reflexion, doch aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Die Brandenburger Statue entstand 2018 in der Nähe des Gutes Neuendorf im Sande. Gefertigt aus verwittertem Cortenstahl, zeigt sie eine Frau, die auf einem Baumstumpf sitzt, ihr Gesicht vom Frühlingslicht erfasst. Die Skulptur geht auf eine Idee des Bruders von Jutta Baumwoll zurück – ein Denkmal für die Menschen, die Anfang der 1940er-Jahre auf dem Gut zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Jutta selbst wurde später nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Heute markiert die Statue den Eingang zum Gut, einen Ort, an dem Besucher – Radfahrer, Wanderer und Geocacher – manchmal innehalten, um zu gedenken. An den Gedenk- und Befreiungstagen, dem 27. Januar und dem 8. Mai, versammeln sich hier kleine Gruppen.

Auf der anderen Seite des Atlantiks wurde 2021 in der Nähe des Weißen Hauses eine Statue von Christoph Kolumbus aufgestellt. Sie steht an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building und wurde unter Präsident Donald Trump errichtet. Die Aufstellung erfolgte zu einer Zeit, in der US-Städte darüber diskutierten, Denkmäler mit Bezug zu kolonialer Gewalt zu entfernen. Italienisch-amerikanische Gruppen unterstützten die Installation und deuteten sie als Verteidigung ihres kulturellen Erbes während der Black-Lives-Matter-Proteste.

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Während die Brandenburger Statue ein stilles Mahnmal bleibt – ihr rostiger Stahl ein Symbol für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft –, entfacht das Kolumbus-Denkmal in Washington weiterhin Debatten darüber, wie Geschichte erinnert werden soll. Beide stehen als Zeugnisse der Vergangenheit, doch ihre Botschaften könnten kaum gegensätzlicher sein.

Quelle