19 April 2026, 04:22

Wie Dresdens Underground-Künstler die Obergrabenpresse prägten und die Kunstszene veränderten

Schwarz-weiß-Illustration einer alten Buchseite mit einer großen Auditoriumszeichnung in Berlin, Deutschland, aus dem Jahr 1912, mit begleitendem Text und Layout-Details.

Wie Dresdens Underground-Künstler die Obergrabenpresse prägten und die Kunstszene veränderten

In den 1970er-Jahren prägte eine Gruppe von Künstlern in Dresden die underground-Kunstszene der Stadt nachhaltig. Eberhard Göschel, Peter Herrmann und A.R. Penck wurden zu zentralen Figuren, die experimentelle Kunst mit mutigen Verlagsprojekten verbanden. Ihre Arbeit legte den Grundstein für das, was später als die Dresdner Obergrabenpresse bekannt werden sollte – ein Kollektiv, das Kunst, Druckerei und Ausstellungsräume unter einem Dach vereinte.

Die Wurzeln des Kollektivs reichen bis ins Jahr 1971 zurück, als Penck die Künstlervereinigung Lücke mitgründete. Obwohl sich die Gruppe fünf Jahre später auflöste, blieb ihr Einfluss spürbar. Zur gleichen Zeit besaß Herrmann eine seltene italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die von Bernhard Theilmann liebevoll restauriert worden war. Diese Maschine sollte schon bald eine zentrale Rolle in ihren Projekten spielen.

Jochen Lorenz, ein versierter Drucker und enger Freund der Gruppe, hatte genug von Routineaufträgen wie dem Druck von Fahrplänen. Er suchte nach anspruchsvolleren Projekten und fand in der experimentellen Vision der Künstler Gleichgesinnte. Bis 1976 hatten sich Göschel und Herrmann in die Arbeitsgruppe des Leonhardi-Museums eingebracht und festigten so ihre Position im Dresdner Kulturleben.

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Ein entscheidender Moment kam 1978, als Göschel in ein größeres Atelier umzog. Seine alte Dreizimmerwohnung wurde zu einem Ort für kreative Experimente umfunktioniert. Unterdessen verfeinerte Penck seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund – ein Konzept, das den Wandel der Gruppe von geheimen Aktivitäten hin zu einer öffentlichen Präsenz widerspiegelte. Diese Entwicklungen mündeten schließlich in die Gründung der Dresdner Obergrabenpresse, einer Vereinigung, die Künstlerkollektiv, Druckwerkstatt, Verlag und Galerie in einem war.

Die Dresdner Obergrabenpresse entstand aus einer Mischung von gemeinsamem Ehrgeiz und praktischer Erfindungsgabe. Die restaurierte Druckerpresse, die umgenutzte Wohnung und der wachsende Einfluss der Künstler im Leonhardi-Museum trugen zu ihrer Entstehung bei. Ihre gemeinsame Arbeit hinterließ einen bleibenden Eindruck in der Dresdner Kunstszene und schuf eine Brücke zwischen underground-Experimenten und öffentlicher Sichtbarkeit.

Quelle