25 April 2026, 14:27

Zufit Simon bricht mit The Fight Club radikal mit ihrer künstlerischen Vergangenheit

Drei Personen in einer Tanzpose, eine liegt auf dem Boden mit zwei stehenden, gezeichnet in realistischem Stil mit detaillierten Zügen und gedämpften Farben, mit einem Stempel, der angibt, dass es eine Tanzstudie ist.

Zufit Simon bricht mit The Fight Club radikal mit ihrer künstlerischen Vergangenheit

Choreografin Zufit Simon präsentiert mit The Fight Club eine radikale Wende

Am 23. April feiert die Choreografin Zufit Simon mit ihrem neuesten Werk The Fight Club Premiere beim Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover. Das Stück markiert einen mutigen Bruch mit ihrem bisherigen Fokus auf weibliche Performende – diesmal widmet sie sich körperlichem Kampf und männlicher Aggression.

Diese neue Richtung baut auf ihrem Ruf für formale Präzision und unerwartete Bewegungswendungen auf. Die 1980 in Israel geborene Künstlerin lebt seit 25 Jahren in Deutschland, pendelt zwischen München, Braunschweig und Berlin. Ihre künstlerische Entwicklung wurde maßgeblich von Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig geprägt, einem zentralen Ort für experimentellen Tanz.

The Fight Club seziert die gnadenlose Logik eines Spektakels, das so lange andauert, bis nur noch ein Teilnehmer aufstehen kann. Das Werk bricht mit Simons langjähriger Ausrichtung auf Frauen und als weiblich gelesene Performende und setzt stattdessen auf rohe Körperlichkeit und konfrontative Energie.

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Ihre Choreografien sind bekannt für strenge formale Strukturen, die Erwartungen unterlaufen und gezielt Verwirrung stiften. 2024 gewann sie den Best OFF Festival-Preis für Radical Cheerleading, eine Arbeit, die politische Themen mit dynamischer Bewegung verband. Ein Jahr später erhielt sie – mit nur 45 Jahren – den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk.

Doch Simons Schaffen war auch von Rückschlägen geprägt: 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung, was unabhängige Künstler:innen in Bedrängnis brachte. 2024 folgte die Schließung des LOT-Theaters in Braunschweig wegen Insolvenz – ein weiterer Schlag für die lokale Szene und ihr künstlerisches Umfeld.

The Fight Club erscheint nun zu einem Höhepunkt ihrer Karriere, trotz Kürzungen und Theatersterben. Die Premiere in Hannover wird zeigen, wie das Publikum auf ihre Hinwendung zu Kampf und männlicher Intensität reagiert. Das Stück unterstreicht einmal mehr Simons Fähigkeit, sich neu zu erfinden, ohne ihre markante Strenge und Unberechenbarkeit aufzugeben.

Quelle