ZDK warnt vor EU-Kennzeichnungspflicht: Gebrauchtwagenhändler in der Klemme
Ditmar WellerZDK warnt vor EU-Kennzeichnungspflicht: Gebrauchtwagenhändler in der Klemme
Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) warnt vor Problemen bei geplanter EU-Fahrzeugkennzeichnung
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat schwere Bedenken gegen die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Regeln für eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung geäußert. Der Verband argumentiert, dass der Plan – der mehr Transparenz bei Kraftstoffverbrauch und Emissionen schaffen soll – für Gebrauchtwagenhändler erhebliche praktische und rechtliche Probleme mit sich bringen würde.
ZDK-Präsident Thomas Peckruhn forderte die Politik auf, den Ansatz zu überdenken, und warnte, dass die Vorschriften Händler dazu drängen könnten, ältere Gebrauchtwagen komplett aus ihrem Sortiment zu nehmen. Die Initiative der Kommission zielt darauf ab, Käufern klarere Informationen zu Verbrauch und Emissionen zu liefern – auch bei gebrauchten Fahrzeugen. Doch der ZDK betont, dass die Regeln die Besonderheiten des Gebrauchtwagenmarkts nicht ausreichend berücksichtigen.
Viele ältere Fahrzeuge wurden noch nach dem veralteten NEFZ-Prüfverfahren (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert, während neuere Modelle dem strengeren WLTP-Standard (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Diese Unterschiede führen zu unzuverlässigen Vergleichen beim Kraftstoffverbrauch. Zudem werden Gebrauchtwagen oft nachgerüstet oder verändert, was die Angabe präziser Verbrauchsdaten erschwert oder sogar unmöglich macht.
Peckruhn appellierte an das Bundeswirtschaftsministerium, sich in Brüssel für realistischere Regelungen einzusetzen. In einem Acht-Punkte-Positions-papier fordert der ZDK, dass die Kennzeichnungspflicht nur für Neufahrzeuge gelten soll. Zudem lehnt der Verband verbindliche Angaben zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos ab, da solche Vorgaben in der Praxis nicht umsetzbar seien.
Der Verband plädiert außerdem für klarere Verantwortlichkeiten zwischen Herstellern, Online-Plattformen und Händlern sowie für eine einheitliche Marktüberwachung in der gesamten EU. Ohne diese Anpassungen drohten die neuen Regeln den Gebrauchtwagenmarkt zu destabilisieren und Händler in rechtliche Unsicherheit zu stürzen, warnt Peckruhn.
Die Kritik des ZDK unterstreicht die Herausforderungen, die mit der Einführung neuer Kennzeichnungsvorschriften für den Gebrauchtwagensektor verbunden sind. Sollten die Pläne wie vorgesehen umgesetzt werden, könnten Händler gezwungen sein, den Handel mit älteren Fahrzeugen einzustellen – allein aus Gründen der Compliance. Der Verband drängt nun auf Nachbesserungen, um Marktverwerfungen zu vermeiden und eine praxistaugliche Umsetzung zu gewährleisten.






