Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Repair-Café Nachhaltigkeit fördert
Piotr DietzWie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Repair-Café Nachhaltigkeit fördert
Im Bremer Stadtteil Neue Vahr betreibt Karem Hasan ein Repair-Café, in dem Anwohner defekte Geräte kostenlos reparieren lassen können. Die Initiative, die hinter der Heilig-Geist-Kirche angesiedelt ist, hat sich seit ihrer Gründung zu einer festen Größe im Viertel entwickelt. Hasans Arbeit erhält bald rechtlichen Rückenwind, wenn im Juli die neuen „Recht auf Reparatur“-Regelungen in Kraft treten.
Hasan kam 2018 nach Bremen, nachdem er aus Syrien geflohen war, wo er in Damaskus als Elektroniker und Berufsschullehrer gearbeitet hatte. Bereits nach acht Monaten eröffnete er das Repair-Café im „Marktplatz der Begegnung“, einem sozialen Supermarkt. Mittlerweile ist das Café jeden Samstagmorgen sowie an Werktagen nach Feierabend für Besucher geöffnet.
Hier repariert Hasan Haushaltsgeräte unentgeltlich. Falls Ersatzteile benötigt werden, bringen die Kunden diese selbst mit oder erhalten Hilfe bei der Bestellung. Sein Engagement steht im Einklang mit übergeordneten Nachhaltigkeitszielen, und er motiviert aktiv andere, sich an Umweltprojekten zu beteiligen.
Mittlerweile besitzt Hasan die deutsche Staatsbürgerschaft und hat keine Pläne, nach Syrien zurückzukehren. Er verweist auf die zerstörte Infrastruktur des Landes und seinen Wunsch, ein friedliches Leben mit seiner Familie zu führen. Im Dezember 2024 trat er zudem der SPD bei und verknüpft damit sein kommunales Engagement mit politischem Wirken.
Neue-Vahr-Nord, wo das Café ansässig ist, zählt nach wie vor zu den ärmsten Vierteln Bremens. 2020 lag das durchschnittliche Jahreseinkommen dort bei 24.400 Euro – deutlich unter dem Stadtdurchschnitt von 40.100 Euro.
Die anstehende „Recht auf Reparatur“-Gesetzgebung wird Hasans Mission erleichtern, da Hersteller künftig verpflichtet werden, Produkte reparaturfreundlicher zu gestalten. Sein Café bleibt derweil eine praktische Anlaufstelle und stärkt gleichzeitig das lokale Gemeinschaftsgefühl. Für die Bewohner in Neue-Vahr bietet der Service nicht nur finanzielle Entlastung, sondern auch einen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.






