Wie das EEG 2000 Deutschlands Solarboom auslöste und ein Familienunternehmen prägte
Murat JähnWie das EEG 2000 Deutschlands Solarboom auslöste und ein Familienunternehmen prägte
Deutschlands Vorstoß für erneuerbare Energien machte am 1. April 2000 einen entscheidenden Schritt vorwärts – mit dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Das Gesetz löste ein rasantes Wachstum der Solarenergie aus und veränderte lokale Unternehmen und Gemeinden nachhaltig. Eines dieser Unternehmen, die Hartmann Energietechnik GmbH, spielt seit über zwei Jahrzehnten eine zentrale Rolle beim Umstieg der Region auf saubere Energie.
Thomas Hartmann gründete sein Solarunternehmen bereits 1994, zunächst mit dem Schwerpunkt auf Großbestellungen für solarthermische Anlagen. Bis zum Jahr 2000 beschäftigte seine Firma, die Hartmann Energietechnik, fünf Mitarbeiter und war bereit, in die Photovoltaik zu expandieren. Genau zur richtigen Zeit kam die Einführung des EEG – eine perfekte Gelegenheit.
Das erste Photovoltaik-Projekt war eine kleine 4,5-Kilowatt-Anlage auf dem Dach eines Wohnhauses in Rottenburg. Zur gleichen Zeit vermietete ein lokaler Unternehmensberater Industrieflächen in Oberndorf, was zu einer größeren 37-Kilowatt-Solaranlage führte. Gleichzeitig ging das erste Bürger-Solarprojekt des Landkreises – eine 24-Kilowatt-Anlage – an einer Grundschule ans Netz.
Im Jahr 2000 lud die damalige Bundesjustizministerin Hertha Däubler-Gmelin Wirtschaftsminister Werner Müller nach Oberndorf ein, um die ersten Auswirkungen des EEG zu begutachten. Hartmanns Arbeit weckte ihr Interesse – und 2023 installierte das Unternehmen eine neue Photovoltaikanlage an ihrem Wohnhaus, die ihre bestehende solarthermische Anlage ergänzte.
Bis 2006 hatte Hartmann das Sonnenzentrum in Oberndorf aufgebaut – ein Kompetenzzentrum für die Herstellung von Solarkollektoren, mit Büros, einer Wohnung und sogar einem Restaurant. Das Unternehmen wuchs und beschäftigte während des Solarbooms bis zu 15 Mitarbeiter, heute arbeitet ein Team von 10 Personen dort. Seit 2000 veranstaltet Hartmann zudem monatliche "Solar-Spaziergänge", bei denen Besucher verschiedene Anlagen der erneuerbaren Energien besichtigen können.
Die Erfolge dieser Bemühungen sind deutlich sichtbar: Bis Ende 2025 hatte Deutschland eine Photovoltaik-Leistung von rund 106.200 Megawatt installiert – verteilt auf 4,8 Millionen Anlagen. Das entspricht einem Anstieg von 11,8 Prozent gegenüber den 95.000 Megawatt des Vorjahres.
Von kleinen Hausdachanlagen bis hin zu Großprojekten hat die Hartmann Energietechnik seit der Einführung des EEG maßgeblich zum Ausbau der Solarenergie in Deutschland beigetragen. Die Arbeit des Unternehmens spiegelt den nationalen Fortschritt wider: Die Photovoltaik-Kapazität übersteigt mittlerweile 100.000 Megawatt. Lokale Initiativen und langfristiges Engagement treiben weiterhin das Wachstum der erneuerbaren Energien im Land voran.






