22 March 2026, 20:35

Wärmewende in Baden-Württemberg: Wie Bürger:innen und Kommunen mit den Herausforderungen kämpfen

Balkendiagramm, das den globalen Temperaturanstieg im Vergleich zum späten 20. Jahrhundert zeigt, mit unterschiedlich hohen Balken, die verschiedene Klimaveränderungen darstellen, und begleitendem erklärendem Text.

Wärmewende in Baden-Württemberg: Wie Bürger:innen und Kommunen mit den Herausforderungen kämpfen

Neue partizipative Untersuchung zur Wärmewende in Baden-Württemberg startet am 17. September

Der Südwestrundfunk (SWR) und CORRECTIV starten eine gemeinsame Recherche, um zu untersuchen, wie der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen den Alltag und die Finanzen der Bürger:innen verändert. Das Projekt sammelt Erfahrungen aus der Bevölkerung über Umfragen, Pop-up-Studios und die Online-Plattform CrowdNewsroom.

Aktuell deckt das Land über 73 Prozent seines Wärmebedarfs mit Öl und Gas. Um bis 2040 klimaneutral zu werden, muss dieser Anteil auf null sinken. Doch viele Kommunen zweifeln daran, das Ziel zu erreichen – sie verweisen auf finanzielle Engpässe, Personalmangel und unklare Vorschriften.

Eine aktuelle Umfrage unter 112 Kommunalverwaltungen zeigt die Herausforderungen: 90 Prozent nannten fehlende Mittel als größtes Hindernis, 66 Prozent benötigen mehr Personal, und 88 Prozent forderten mehr Rechtssicherheit bei der Planung.

Als Reaktion hat die Landesregierung ihr Programm "Klimaschutz-Plus für Kommunen" neu aufgelegt. Finanziert vom Umweltministerium, bietet es zwei Bausteine: einen Landesbonus für energetische Sanierungen öffentlicher Gebäude (mit zusätzlicher Förderung für Schulen) sowie Zuschüsse für strategische Maßnahmen wie Treibhausgasbilanzierung und Bürgerbeteiligung. Die Mittel werden nach dem Windhundprinzip vergeben, wobei die Unterstützung durch die Landesanstalt für Umwelt vereinfacht wurde.

Ab Oktober finden in Stuttgart, Vaihingen an der Enz und Lörrach Pop-up-Studios statt, in denen Bürger:innen, Journalist:innen und Entscheidungsträger:innen ins Gespräch kommen. Parallel dazu sammelt die Online-Umfrage "Druck im System: Wie betrifft mich die Wärmewende?" persönliche Erfahrungen. Über die Plattform CrowdNewsroom können Teilnehmende etwa die Frage "Wie heizen Sie Ihr Zuhause?" beantworten.

Ziel der Untersuchung ist es, die konkreten Auswirkungen der Wärmewende auf Haushalte und Kommunen aufzuzeigen. Die Ergebnisse werden öffentlich zugänglich gemacht, wobei die Pop-up-Studios und die CrowdNewsroom-Plattform als zentrale Dialogformate dienen. Zwar soll das erneuerte Förderprogramm des Landes den Übergang erleichtern – doch die Kommunen stehen weiterhin vor erheblichen finanziellen, personellen und rechtlichen Hürden.

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