Warkens Gesundheitsreform stößt auf massiven Widerstand in der Bevölkerung
Nathalie BauerWarkens Gesundheitsreform stößt auf massiven Widerstand in der Bevölkerung
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat umstrittene Pläne zur Reform des deutschen Gesundheitssystems vorgestellt. Die Vorschläge zielen darauf ab, durch Einsparungen und zusätzliche Einnahmen 20 Milliarden Euro zu mobilisieren. Doch bereits jetzt wächst in der Bevölkerung der Widerstand gegen zentrale Maßnahmen.
Letzte Woche präsentierte Warken ihr Reformpaket. Drei Vorhaben stoßen auf besonders scharfe Kritik: die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner, die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze für Krankenversicherungsbeiträge sowie die Finanzierung einer kostenlosen Gesundheitsversorgung für Bürgergeldempfänger durch Beiträge der gesetzlich Versicherten.
Laut Plan sollen die Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente auf 7,50 Euro pro Packung steigen, höchstens jedoch 15 Euro betragen. Umfragen zeigen jedoch breiten Widerstand: Nur 23 Prozent der Deutschen halten höhere Patientenzahlungen für gerechtfertigt, 75 Prozent lehnen sie kategorisch ab.
Die politischen Gräben sind tief. Selbst unter den Anhängern der CDU/CSU – Warkens eigener Partei – sprechen sich 61 Prozent gegen die höheren Beiträge aus. Bei SPD-Wählern liegt die Ablehnung bei 71 Prozent, bei den Unterstützern der Linken sogar bei 91 Prozent. Viele Patienten kritisieren zudem die Erhöhung der Medikamentenkosten als ungerecht.
Angesichts des wachsenden öffentlichen und politischen Widerstands bleibt die Zukunft der Reform ungewiss. Da die Mehrheit der Deutschen gegen höhere Zahlungen ist, könnte Warkens Ziel von 20 Milliarden Euro auf erhebliche Hindernisse stoßen. Die Debatte darüber, wer die finanzielle Last tragen soll, ist noch lange nicht entschieden.






