Warkens Apothekenreform scheitert an Widerstand aus Ländern und Partei
Piotr DietzWarkens Apothekenreform scheitert an Widerstand aus Ländern und Partei
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gerät wegen ihrer Apothekenreform in die Kritik
Die geplante Reform von Gesundheitsministerin Nina Warken stößt auf massiven Widerstand – von den Gesundheitsministern der Länder, aus der Wirtschaft und sogar aus den Reihen ihrer eigenen Partei. Die Spannungen verschärften sich, nachdem der Bundesrat 30 Nachbesserungen am Gesetzentwurf gefordert hatte.
Warken war mit dem Versprechen angetreten, kooperativer zu regieren als ihr Vorgänger Karl Lauterbach. Doch ihre kompromisslose Haltung hat sie nun in Konflikt mit den Ländern und Parteikollegen gebracht.
Der Streit entzündete sich an Warkens Apothekenreform, die die Verteilung und Preisgestaltung von Medikamenten neu ordnen soll. Sowohl Branchenvertreter als auch die Länder gesundheitspolitisch Verantwortlichen warnten, die Pläne würden Lieferketten stören und die Kosten in die Höhe treiben.
Am 30. Januar billigte der Bundesrat offiziell eine Liste mit 30 geforderten Änderungen. Statt in Verhandlungen einzutreten, wies Warken in ihrer Stellungnahme jedoch fast alle Vorschläge zurück. Diese Haltung verärgerte die Länderchefs – selbst aus CDU-geführten Bundesländern –, die ankündigten, die Reform notfalls zu blockieren, sollten ihre Bedenken ignoriert werden.
Auch innerhalb der CDU stößt Warken auf Widerstand. Sie lehnte etwa Vorschläge des erfahrenen Gesundheitspolitikers Karl-Josef Laumann (CDU) ab und vertiefte so die Gräben. Dabei hatte sie bei ihrem Amtsantritt noch betont, konstruktiv mit allen Beteiligten zusammenarbeiten zu wollen – ein Versprechen, das sie nach dem oft konfliktbeladenen Kurs ihres Vorgängers Lauterbach gegeben hatte.
Eigentlich wollte Warken sich von Lauterbachs konfrontativem Stil abgrenzen. Doch mit ihrer unnachgiebigen Haltung in dieser Reform hat sie sich nun selbst in die Tradition seiner Auseinandersetzungen zwischen Bund und Ländern gestellt.
Die Apothekenreform liegt derzeit auf Eis, während sich mehrere Länder – darunter auch CDU-geführte – auf eine Konfrontation mit Warken vorbereiten. Ihre Weigerung, zentrale Forderungen umzusetzen, lässt kaum noch Verhandlungsspielraum. Ob die Reform vorankommt oder am anhaltenden Widerstand scheitert, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.






