Wahlreform in Baden-Württemberg bringt mehr Frauen in den Landtag – doch reicht das?
Piotr DietzSo viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Wahlreform in Baden-Württemberg bringt mehr Frauen in den Landtag – doch reicht das?
Baden-Württembergs jüngste Wahlreform beginnt, das Geschlechterverhältnis im Landtag zu verschieben. Die vor der Wahl 2021 eingeführten Änderungen sollten die traditionell niedrige Zahl weiblicher Abgeordneter in der Region angehen. Noch bis vor kurzem wies der Südwesten unter allen deutschen Landesparlamenten den geringsten Frauenanteil auf.
Vor 2021 erfolgte die Kandidatenaufstellung in Baden-Württemberg weitgehend auf lokaler Ebene. Dieses System begünstigte oft langjährige männliche Politiker und erschwerte es Frauen, Spitzenplätze auf den Parteilisten zu erreichen. Die Reform übertrug den Landesverbänden der Parteien mehr Einfluss – sie müssen seither für eine ausgewogenere Geschlechterverteilung in ihren Listen sorgen.
Die Auswirkungen zeigten sich bei der Landtagswahl 2021: Grüne, CDU und SPD besetzten ihre ersten zehn Listenplätze jeweils paritätisch mit Männern und Frauen. Andere Parteien erfüllten die neuen Vorgaben jedoch nur teilweise. Insgesamt stellen Frauen nun 33,8 Prozent der Landtagsabgeordneten – ein leichter Anstieg gegenüber der vorherigen Legislaturperiode.
Die Grünen gingen als knappe Wahlsieger hervor und erhielten 30,2 Prozent der Zweitstimmen. Sie setzten sich damit knapp gegen die CDU durch, die im Endergebnis nur knapp dahinterlag.
Die Reform hat zu einer leichten Zunahme des Frauenanteils geführt, doch bleiben die langfristigen Effekte abzuwarten. Da die Landesparteien nun eine größere Rolle bei der Kandidatenauswahl spielen, soll das System eine Rückkehr zu den früheren Ungleichgewichten verhindern. Vergleichsdaten zur Geschlechterverteilung vor 2021 liegen jedoch nicht vor.