Wadephuls radikale Reform erschüttert das Auswärtige Amt von innen
Das Auswärtige Amt durchläuft die tiefgreifendste Strukturreform seit Jahren. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine umfassende Umgestaltung eingeleitet, die Rollen, Abteilungen und sogar Büroaufteilungen neu ordnet. Die Veränderungen sorgen bereits jetzt für Verärgerung unter Mitarbeitenden und erfahrenen Diplomaten.
Federführend bei der Reform sind die Berufsbeamten und Staatssekretäre Géza Andreas von Geyr und Bernhard Kotsch. Ihr Plan sieht vor, ganze Referate aufzulösen, zusammenzulegen oder umzustrukturieren – darunter die Streichung von vier Unterabteilungen und neun Fachreferaten. Kritiker innerhalb des Ministeriums werfen den Verantwortlichen vor, es fehle ihnen an aktueller Erfahrung in der Berliner Zentrale.
Zentrale Zuständigkeiten werden neu verteilt: Das USA-/Kanada-Referat wechselt in eine neu geschaffene Amerika-Abteilung, während die Betreuung von Russland und der Ukraine künftig in der Europa-Abteilung angesiedelt wird. Der Politische Direktor, derzeit Dominik Mutter, verliert an Einfluss – zahlreiche Länderzuständigkeiten werden ihm entzogen.
Betroffene Mitarbeitende müssen im Herbst ihre Büros wechseln. Zudem erhalten alle Einheiten in der Berliner Zentrale neue Bezeichnungen. Fast alle 3.000 Beschäftigten bekommen im Rahmen der Umstrukturierung auch neue E-Mail-Adressen.
Die Reform stellt einen einschneidenden Wandel in der Organisation des Auswärtigen Amts dar. Sie verändert Abteilungsstrukturen, Bürostandorte und sogar die digitale Kommunikation. Erfahrene Diplomaten werten die Neuausrichtung der Rolle des Politischen Direktors als klare Schwächung der Position.






