Van Aken überrascht mit schwarzer Kiste beim Rücktritt als Linken-Chef
Piotr DietzVan Aken überrascht mit schwarzer Kiste beim Rücktritt als Linken-Chef
Jan van Aken hat seinen Rücktritt als Vorsitzender der Linken zum Alter von 65 Jahren bekannt gegeben. Bei seiner letzten Pressekonferenz sorgte er für eine dramatische Überraschung: Er zog eine schwarze Kiste hinter dem Tisch hervor. Nun blickt die Partei auf einen Führungswechsel bei ihrem anstehenden Parteitag in Potsdam.
Van Aken und Ines Schwerdtner hatten im Oktober 2024 die Parteispitze übernommen. Innerhalb weniger Monate stiegen die Umfragewerte der Linken von 2–3 auf 8,8 Prozent. Ihr Führungstandem erwies sich als erfolgreich – wobei van Aken Schwerdtner oft um mehr als einen Kopf überragte.
Doch ihr Einfluss ging über bloße Zahlen hinaus. Van Aken und Heidi Reichinnek konzentrierten sich auf ältere Wähler:innen und schärften den kurs der Partei in der Außenpolitik. Sein forscher Stil umfasste öffentliche Drohungen gegen den Immobilienkonzern Vonovia, dem er illegale Mietpreiserhöhungen und „mafiaähnliche Strukturen“ vorwarf. Er kündigte sogar an, auf dem Dach des Unternehmens zu protestieren.
Auf seinem Abschiedsparteitag gestand van Aken, dass er und Schwerdtner Journalisten zwei Jahre lang in die Irre geführt hätten. Gleichzeitig dankte er ihr für die Zusammenarbeit und lobte ihre Arbeit als Co-Vorsitzende. Nun wird erwartet, dass Luigi Pantisano die Führung auf dem Potsdamer Parteitag übernimmt.
Der Aufstieg der Linken zeigte sich deutlich bei der Bundestagswahl im Februar 2025: Über 700.000 enttäuschte Wähler:innen der Grünen wechselten zur Linken. Der anstehende Führungswechsel wird nun das nächste Kapitel der Partei prägen.






