20 March 2026, 22:22

Traditionsunternehmen Mayer & Cie. meldet überraschend Insolvenz an

Offenes Buch mit handgeschriebener genealogischer Familienbaum-Darstellung, die die Abstammung einer deutschen Familie zeigt.

Traditionsunternehmen Mayer & Cie. meldet überraschend Insolvenz an

Mayer & Cie., ein 120 Jahre alter deutscher Hersteller von Rundstrick- und Flechtmaschinen, hat Insolvenz angemeldet. Das familiengeführte Unternehmen mit Sitz in Albstadt hatte in den vergangenen Jahren seine globale Marktführerschaft ausgebaut, steht nun jedoch vor schweren finanziellen Problemen. Vorläufige Insolvenzverwalter haben die Geschäftsführung übernommen, um den Betrieb zu stabilisieren, während die Unternehmensleitung teilweise weiter Verantwortung trägt.

Das Unternehmen, das in vierter Generation von Benjamin, Marcus und Sebastian Mayer geführt wird, kämpft mit einem drastischen Umsatzrückgang. Nachdem chinesische Konkurrenten den Markt mit günstigen Textilmaschinen geflutet hatten, brachen die Aufträge um 50 Prozent ein. Handelskonflikte zwischen den USA und China, der Krieg in der Ukraine sowie die Inflation in der Türkei – dem wichtigsten Absatzmarkt von Mayer & Cie. – verschärften die Nachfrageschwäche zusätzlich.

Schon 2023 wurde Kurzarbeit eingeführt, später auf alle Abteilungen ausgeweitet, da die Auftragslage weiter einbrach. Trotz dieser Herausforderungen hatte das Unternehmen seine Position zuvor gestärkt und seinen Marktanteil zwischen 2021 und 2026 von 25 auf über 30 Prozent ausgebaut. Innovationen wie die Rundstrickmaschine MV4 und strategische Expansionsschritte in Asien halfen dem Unternehmen, Wettbewerber wie Terrot und Santoni zu überflügeln.

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Die vorläufigen Insolvenzverwalter Ilkin Bananyarli und der Restrukturierungsexperte Martin Mucha steuern nun die Geschäfte. Mucha hat zugesagt, 100 Millionen Euro bereitzustellen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die 280 Mitarbeiter erhalten für drei Monate Insolvenzgeld, doch eine endgültige Schließung droht, sollte die Sanierung scheitern.

Mayer & Cie. produziert unter Eigenverwaltung weiter, was der Geschäftsführung Zeit für eine Umstrukturierung verschafft. Die nächsten drei Monate werden zeigen, ob das Unternehmen stabilisiert werden kann oder ob die Schließung unvermeidbar ist. Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden warten nun darauf, ob die finanzielle Überbrückungshilfe und die Restrukturierungsmaßnahmen die Zukunft des Traditionsunternehmens sichern können.

Quelle