10 June 2026, 22:22

Stuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – Kosten explodieren auf über 11 Milliarden Euro

Deutschlands Flaggschiff-Bahnprojekt verzögert sich bis 2031, nachdem über 1.000 km Kabel falsch verlegt wurden

Stuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – Kosten explodieren auf über 11 Milliarden Euro

Stuttgart 21: Bahnprojekt erleidet erneute massive Verzögerung

Das Stuttgarter Bahnprojekt Stuttgart 21 steht vor einer weiteren schweren Verzögerung. Nach aktuellen Angaben rechnen Verantwortliche nun mit einer vollständigen Fertigstellung erst im Jahr 2031 – fünf Jahre später als das letzte überarbeitete Ziel und ganze zwölf Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Die Kosten sind mittlerweile auf über 11 Milliarden Euro explodiert, was das Vorhaben zu einer nationalen Peinlichkeit werden lässt.

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir bezeichnete Stuttgart 21 kürzlich als „langsam zu einem nationalen Witz“ werdend. Die Rückschläge umfassen schwerwiegende Fehler in Bau und Planung. So verlegte die Deutsche Bahn über 1.000 Kilometer Kabel und Kabelkanäle falsch, sodass eine komplette Neulegung notwendig wurde. Der Grund: Die Verkabelungsarbeiten begannen, noch bevor die endgültigen technischen Pläne für das neue digitale Stellwerkssystem vorlagen.

Weitere Probleme gibt es bei der Notstromversorgung sowie Mängeln an Bahnsteigflächen und Bodenbelägen. Stuttgart 21 soll Deutschlands erstes voll digitalisiertes Großbahnsystem werden und setzt auf das europäische Zugsicherungssystem ETCS sowie digitale Stellwerke. Doch da Güterzüge ohne ETCS-Ausstattung weiterhin verkehren müssen, bleiben konventionelle Signale neben der neuen Technik erforderlich. Allein die Installation von 450 neuen Signalen wird voraussichtlich rund 45 Millionen Euro kosten.

Im Jahr 2001 hatte die Stadt Stuttgart 109 Hektar Bahnfläche für knapp 460 Millionen Euro erworben – mit dem Ziel, im Rahmen des Projekts neue Wohn- und Stadtgebiete zu entwickeln. Doch die wiederholten Verzögerungen und steigenden Kosten haben Stuttgart 21 zum Symbol anhaltender Rückschläge gemacht. Nun steht eine Fertigstellung erst für 2031 im Raum, wobei noch erhebliche technische und finanzielle Hürden zu überwinden sind. Die Verantwortlichen müssen die Fehler beheben und die zusätzlichen Ausgaben in den Griff bekommen, bevor das System voll funktionsfähig sein kann.

Quelle