04 April 2026, 22:21

Safer Internet Day: Datenschutz in vernetzten Autos bleibt umstrittene Baustelle

Präsentation mit Fahrzeugen auf einer Straße und sichtbarem Text.

Safer Internet Day: Datenschutz in vernetzten Autos bleibt umstrittene Baustelle

Konferenz zu Datenschutz und Sicherheit in vernetzten Autos zum Safer Internet Day

Am 10. Februar fand im Rahmen des Safer Internet Day eine Konferenz zu Datenschutz und Sicherheit in vernetzten Fahrzeugen statt. Fast 300 Teilnehmer kamen zusammen, um über Herausforderungen und Lösungsansätze in diesem Bereich zu diskutieren. Das Programm umfasste technische Präsentationen, Fachvorträge und eine lebhafte Debatte über künftige Regulierungen.

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Bundesjustizminister Heiko Maas eröffnete die Veranstaltung mit einer Rede zur Bedeutung des Datenschutzes in modernen Fahrzeugen. Seine Worte gaben den Ton für die anschließenden Diskussionen vor, in denen es um die Balance zwischen Innovation und Nutzerprivatsphäre ging.

Der Vormittag widmete sich den technischen Aspekten vernetzter Fahrzeugtechnologie. Ralf Lamberti, Direktor für Nutzerinteraktion und vernetzte Fahrzeuge bei der Daimler AG, präsentierte in einer Live-Demonstration, wie sich der Standort eines Fahrzeugs abrufen und Echtzeitdaten wie der Kraftstoffstand einsehen lassen.

In seinem Hauptvortrag betonte Prof. Dieter Kempf die Rolle von Daten für die Zukunft der Mobilität. Dr. Daniel Göring von der Freien Universität Berlin argumentierte später, dass die Verkehrssicherheit steigt, wenn Fahrzeuge Daten über "Car-to-X-Kommunikation" austauschen. Allerdings räumte er ein, dass die praktische Umsetzung in deutschen Städten seit Anfang 2021 nur langsam vorankommt.

Die abschließende Podiumsdiskussion vereinte Thilo Weichert, Ulrich Klaus Becker, Michael Bültmann und Dieter May. Zwar herrschte Uneinigkeit über die Dringlichkeit neuer Datenschutzregeln, doch alle Betroffenen unterstrichen die Notwendigkeit größerer Transparenz. Viele wiesen darauf hin, dass bestehende Gesetze – wie die 2021 beschlossenen Änderungen des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) – zwar Standards für autonomes Fahren setzen, bisher aber kaum flächendeckende Wirkung zeigen.

Die Konferenz endete mit einem klaren Appell für mehr Transparenz bei der Nutzung und Weitergabe von Fahrzeugdaten. Experten räumten ein, dass zwar Rahmenwerke wie die ISO 15118 existieren, die praktische Umsetzung jedoch noch hinter den Möglichkeiten zurückbleibt. Die Debatten machten deutlich, wie groß die Kluft zwischen politischen Zielen und tatsächlichen Fortschritten in der vernetzten Fahrzeugtechnologie bleibt.

Quelle