Sachsen-Anhalts CDU vor schwieriger Regierungsbildung nach Landtagswahl
Nathalie BauerSachsen-Anhalts CDU vor schwieriger Regierungsbildung nach Landtagswahl
Die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt könnten zu einer komplizierten Regierungsbildung führen. Weder die Linke noch die AfD sind vollständig ausgeschlossen – Verhandlungen könnten daher von ihrer Unterstützung abhängen. Die CDU hingegen lehnt jede formelle Koalition mit beiden Parteien weiterhin kategorisch ab.
Eine aktuelle Umfrage, die am 28. und 29. Mai unter 1.003 Befragten durchgeführt wurde, erfasste die Präferenzen für mögliche Bündnisse. Unter den Wählerinnen und Wählern der Union sprachen sich 48 Prozent für eine Zusammenarbeit mit der Linken aus, während 27 Prozent einer Annäherung an die AfD zustimmten. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass 45 Prozent der Befragten der Ansicht sind, die Weigerung der CDU, mit der AfD zusammenzuarbeiten – oft als „Brandmauer“ bezeichnet – komme der rechtspopulistischen Partei letztlich zugute.
Die CDU hat wiederholt betont, weder mit der Linken noch mit der AfD koalitionsähnliche Absprachen eingehen zu wollen. In Sachsen-Anhalt bleibt jedoch eine Minderheitsregierung denkbar, die im Einzelfall auf zeitlich begrenzte Abkommen mit der Linken angewiesen wäre, um Gesetze zu verabschieden.
Die Umfrage weist eine Fehlerquote von plus/minus 3,1 Prozentpunkten auf, was Spielraum für Schwankungen in der öffentlichen Meinung lässt.
Mit dem nahenden Wahltermin hält die CDU an ihrer Ablehnung fester Allianzen mit der Linken oder der AfD fest. Doch da fast die Hälfte der Unionsanhänger einer Zusammenarbeit mit der Linken offen gegenübersteht und eine Minderheitsregierung weiterhin im Raum steht, könnte das Endergebnis von sich verschiebenden politischen Kalkülen abhängen. Die Umfragedaten deuten zudem darauf hin, dass die „Brandmauer“-Strategie unbeabsichtigte Auswirkungen auf die Position der AfD haben könnte.






