Proteste gegen drastische Preiserhöhungen an der Mailänder Scala
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Proteste
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für einige der begehrtesten Plätze stark angestiegen. Die Erhöhungen haben vor allem unter den treuesten Fans des Hauses Proteste ausgelöst. Die Theaterleitung betont jedoch, dass die Änderungen nur einen kleinen Teil der Sitzplätze betreffen.
Die Preise für 36 Premium-Plätze sind um über 30 Prozent gestiegen. Auch die Abo-Preise wurden angehoben – einige Pakete kosten nun statt 800 Euro bis zu 1.050 Euro. Die Scala hatte die Preise seit einem Jahrzehnt nicht mehr erhöht und versichert, dass unter dem aktuellen Intendanten Fortunato Ortombina keine weiteren Steigerungen geplant sind.
Während der Premiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten: Die sogenannten „Loggionisti“ – die treuen Stammgäste der günstigeren Ränge – warfen von den oberen Rängen Flugblätter herab, auf denen sie die Preiserhöhungen scharf verurteilten. Die Scala-Leitung wies die Kritik als übertrieben zurück und verwies darauf, dass die meisten Plätze nur minimale Anpassungen erfahren hätten.
Im Schnitt fällt die Erhöhung gering aus: Ein Platz in der Galerie kostet in dieser Saison 45,56 Euro und wird im nächsten Jahr 46,94 Euro betragen – ein Plus von nur 1,48 Euro. Dennoch zählt die Scala bereits zu den teuersten Häusern Europas, nur das Salzburger Festspiele-Programm ist noch kostspieliger. Die Anpassungen erfolgen, obwohl das Opernhaus aktuell mit einem Überschuss wirtschaftet, jedoch bevorstehende Tarifverhandlungen und die Verlegung der Werkstätten anstehen.
Die Preiserhöhungen stoßen bei den Stammbesuchern auf scharfe Kritik. Die Scala bleibt das teuerste Theater Europas, wobei nur eine Handvoll Plätze deutlich teurer geworden sind. Die Leitung hält die Anpassungen für notwendig, um den zukünftigen Betrieb zu sichern.






