Pro-feministischer Männerkongress in Berlin eskaliert wegen Medienausschluss
Ditmar WellerPro-feministischer Männerkongress in Berlin eskaliert wegen Medienausschluss
Ein kürzlich in Berlin abgehaltener pro-feministischer Kongress sorgte für Aufsehen, nachdem die Veranstalter versuchten, die Medienberichterstattung zu unterbinden. Die Tagung im Mehringhof in Kreuzberg widmete sich den Themen Männlichkeit und Antifeminismus. Trotz der Einwände nahm eine Reporterin von unserer Website teil und dokumentierte den Verlauf der Veranstaltung.
Der Konflikt verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen Transparenz und Vertraulichkeit in feministischen und männerspezifischen Debatten.
Der Kongress brachte Teilnehmende zusammen, um Männlichkeitsbilder und die Gefahren antifeministischer Strömungen zu analysieren. Unter der Leitung von Prof. Dr. Mart Busche bot ein Workshop eine kompakte Einführung in die Männlichkeitskritik und beleuchtete globale Trends, die traditionelle Männerrollen wieder stärken.
Die Veranstalter weigerten sich jedoch, ihre Namen preiszugeben, und bestanden auf absolute Vertraulichkeit. Sie versuchten, unserer Website die Berichterstattung über die Tagung zu untersagen – selbst im Nachhinein beschwerten sie sich per E-Mail bei der Chefredakteurin über die Anwesenheit der Journalistin. Diese Haltung löste unter den Teilnehmenden Kritik aus; einige verteidigten das Recht der Reporterin, über die Diskussionen zu berichten.
Eine Teilnehmerin merkte an: "Dass die Veranstalter eines Männerkongresses eine feministische Journalistin wegdrängen, zeigt, wie viel Arbeit noch vor uns liegt." Andere schlossen sich dieser Meinung an und argumentierten, dass Transparenz in solchen Debatten Priorität haben sollte.
Thematisch knüpfte die Veranstaltung an die Geschichte kritischer Männergruppen in Deutschland der 1970er-Jahre an. Diese Gruppen entstanden parallel zur zweiten feministischen Welle, als Männer begannen, über ihre eigenen Privilegien und die Schäden patriarchaler Strukturen zu reflektieren. Zwar wurden keine konkreten Gruppen jener Zeit genannt, doch der Kongress ordnete seine Diskussionen in diesen weiteren historischen Rahmen ein.
Der Kongress endete mit ungelösten Konflikten zwischen Veranstaltern und Teilnehmenden über den Zugang für die Presse. Der Vorfall unterstreicht die Herausforderungen, offene Dialoge mit dem Anspruch auf Privatsphäre in aktivistischen Räumen in Einklang zu bringen. Letztlich ermöglichte das deutsche Presserecht die Berichterstattung – trotz der Proteste der Veranstalter.






