30 April 2026, 16:45

Palforzia wird vom Markt genommen – was bedeutet das für Erdnussallergiker?

Nahaufnahme einer Erdnuss auf schwarzem Hintergrund mit Text oben und unten.

Palforzia wird vom Markt genommen – was bedeutet das für Erdnussallergiker?

Palforzia, das erste zugelassene Medikament zur Erdnussallergie-Desensibilisierung, wird nicht mehr verkauft. Der Hersteller Stallergenes Greer zieht das Präparat bis zum 31. Juli 2023 vom Markt zurück. Diese Entscheidung folgt einer Prüfung durch deutsche Gesundheitsbehörden, die den zusätzlichen Nutzen des Arzneimittels infrage stellten.

Der Rückzug erfolgt nicht aufgrund von Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Qualität oder Wirksamkeit. Vielmehr kam der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zu dem Schluss, dass Palforzia im Vergleich zur bloßen Überwachung der Patienten keinen nachgewiesenen Vorteil bietet. Bereits im Februar 2022 hatte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Zweifel an seinem klinischen Nutzen geäußert.

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Um den Übergang zu erleichtern, wird das Unternehmen bestimmte Dosen für bestehende Patienten weiterhin bereitstellen. Das Starterset zur schrittweisen Dosissteigerung bleibt bis zum 31. März 2026 erhältlich. Die Phasen zur Dosiserhöhung (Stufen 1 bis 11) können noch bis Ende 2026 genutzt werden, während die 300-Milligramm-Erhaltungsdosis bis März 2027 auf dem Markt bleibt.

Stallergenes Greer hat zugesichert, während der Auslaufphase alle regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB), die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) haben sich auf diese verlängerten Fristen geeinigt, um Patienten, die derzeit mit dem Medikament behandelt werden, zu unterstützen.

Patienten, die auf Palforzia angewiesen sind, erhalten im Rahmen des vereinbarten Übergangsplans noch mehrere Jahre Zugang zum Medikament. Die Entscheidung des Unternehmens, den Vertrieb einzustellen, markiert das Ende der Verfügbarkeit des Präparats – bestehende Anwender werden jedoch weiterhin begleitet. Die Aufsichtsbehörden werden den Prozess überwachen, um einen reibungslosen Übergang für die Betroffenen zu gewährleisten.

Quelle