25 June 2026, 14:19

NGOs fordern radikale Wende in der deutschen Entwicklungspolitik

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

NGOs fordern radikale Wende in der deutschen Entwicklungspolitik

Zwei große deutsche Nichtregierungsorganisationen haben die Entwicklungspolitik des Landes scharf kritisiert. Welthungerhilfe und Terre des Hommes stellten am Mittwoch ihren Jahresbericht vor und forderten dringende Reformen sowie eine deutliche Aufstockung der Mittel. In ihrem Bericht verweisen sie auf wachsende Belastungen durch globale Krisen, Kriege und die Folgen des Klimawandels.

Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, und Joshua Hofert, Generalsekretär von Terre des Hommes, leiteten die Präsentation. Sie begrüßten zwar die Pläne der Bundesregierung, die Entwicklungspolitik neu auszurichten, warnten jedoch, dass es an einer klaren Strategie fehle. Seit 2022 wurde der Bundeshaushalt für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt, und bis 2027 sind weitere Kürzungen zu erwarten.

Die Organisationen forderten eine Erhöhung der Mittel für humanitäre Hilfe von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro im nächsten Haushalt. Mogge betonte, dass die Hilfe Qualität vor Quantität priorisieren müsse – mit weniger Bürokratie und mehr Freiraum für zivilgesellschaftliche Gruppen. Zudem plädierte er für stärkere Investitionen in Krisenprävention statt nur auf Notfälle zu reagieren.

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Hofert machte deutlich, dass Reformen nicht allein von Berlin aus gesteuert werden dürften. Er forderte eine frühzeitige und verbindliche Einbindung der Partnerländer, der lokalen Zivilgesellschaft und junger Menschen bei der Gestaltung der Veränderungen. Der gemeinsame Bericht unterstrich zudem, dass Hilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig von Sicherheits-, Migrations- oder geopolitischen Interessen bleiben müsse.

Die NGOs verlangten außerdem, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Zivilgesellschaft sowohl in Deutschland als auch in den Partnerländern in die Diskussionen einbezieht. Mogge wiederholte, dass humanitäre Hilfe dringend mehr Aufmerksamkeit und eine bessere Verteilung der Ressourcen benötige.

Der Bericht der Organisationen fordert eine deutliche Mittelaufstockung und einen inklusiveren Ansatz in der Entwicklungspolitik. Ohne eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft und einen Schwerpunkt auf Prävention werde das System den aktuellen globalen Herausforderungen nicht gewachsen sein. Die Bundesregierung steht nun unter Druck, diese Forderungen im kommenden Haushalt und in den Reformplänen zu berücksichtigen.

Quelle