14 June 2026, 12:19

Nastassja Kinski fordert Streichung einer Jugend-Szene – und löst Debatte über Ethik aus

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Nastassja Kinski fordert Streichung einer Jugend-Szene – und löst Debatte über Ethik aus

Die Debatte über die Ethik von Kinderdarstellern in umstrittenen Rollen ist erneut aufgeflammt, nachdem Nastassja Kinski ihren langjährigen Wunsch bekräftigt hatte, eine Szene aus Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung von 1975 zu entfernen. Die Diskussion gewann an Fahrt, als Wenders ihrem Anliegen zunächst eine Absage erteilte – was eine breitere Auseinandersetzung darüber auslöste, wie mit Werken umgegangen werden soll, die heute als problematisch gelten.

Jahre lang hatte Kinski Wenders gedrängt, eine Szene zu streichen, in der sie mit 13 Jahren halb entkleidet zu sehen ist. Ihr beharrliches Eintreten spiegelte eine persönliche Mission wider: den Schutz ihres jüngeren Ichs. Diese Haltung fand während der öffentlichen Debatte großen Anklang.

Der Film war in den letzten Jahren nur einmal gezeigt worden – im März 2023 im Frankfurter Filmmuseum im Rahmen einer Wenders-Retrospektive. Nach dem Streit entschuldigte sich Wenders bei Kinski und zog den Film aus dem Verkehr.

Auch andere Schauspielerinnen meldeten sich mit eigenen Erfahrungen zu frühkindlichen, umstrittenen Rollen zu Wort. Brooke Shields äußerte ihr Unbehagen, ihre Mitwirkung in Pretty Baby rechtfertigen zu müssen, in dem sie eine elfjährige Kinderprostitutierte spielte. Demgegenüber sprach Jodie Foster stets mit Humor und Gelassenheit über ihre Rolle in Taxi Driver, die sie mit zwölf Jahren übernahm. Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst beteiligten sich ebenfalls an der Diskussion und wiesen auf die Verantwortung des Publikums bei der Wahrnehmung solcher Inhalte hin.

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Die Debatte weitete sich auf grundsätzliche Fragen aus: Sollten Filme und Bücher mit heute als inakzeptabel geltenden Inhalten verändert oder im Original erhalten bleiben? Einige plädierten für Nachbearbeitungen, um problematische Passagen zu entfernen, andere betonten die Bewahrung der künstlerischen Integrität des Originals.

Letztlich zog Wenders den Film nach seiner Entschuldigung aus dem Verkehr zurück. Doch die Auseinandersetzung hinterließ offene Fragen: Wie soll mit Werken umgegangen werden, deren Inhalte nicht mehr den heutigen Maßstäben entsprechen? Kinskis Forderung und Wenders’ Reaktion wurden zum Kristallisationspunkt für die anhaltende Debatte über künstlerische Verantwortung.

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