Mainz bekommt Haushalt 2024 nur mit radikalen Kürzungen genehmigt
Mainz erhält grüne Ampel für Haushalt 2024 – doch nur nach drastischen Kürzungen durch die Aufsichtsbehörde
Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hat die geplanten Investitionen der Stadt von ursprünglich 306 Millionen Euro auf lediglich 75 Millionen Euro zusammengestrichen und die ursprünglichen Ansätze als "inakzeptable Überplanung" kritisiert. Trotz der Freigabe warnten Beamte, dass die Finanzplanung der Stadt weiterhin gravierende Mängel aufweise.
Die ADD griff ein, nachdem sie den Haushaltsentwurf von Mainz als "völlig unrealistisch" eingestuft hatte. In einem offiziellen Schreiben monierte die Behörde, die Stadt sei mit ihrem aktuellen Personalstand nicht in der Lage, alle geplanten Vorhaben umzusetzen – zudem komme die Einreichung zu einem viel zu späten Zeitpunkt im Jahr. Besonders scharf verurteilte sie die im Entwurf enthaltenen "kaum zu rechtfertigenden Neuverschuldungen".
Um eine vollständige Ablehnung durch das Landesinnenministerium zu vermeiden, genehmigte die ADD eine stark gekürzte Version. Damit sollte eine Destabilisierung der Kommunalpolitik vor den anstehenden Wahlen verhindert werden. Gleichzeitig machte die Behörde deutlich, dass die geplanten Kreditaufnahmen für die kommenden Jahre – darunter 395,4 Millionen Euro für 2026 und insgesamt 1,1 Milliarden Euro bis 2029 – "vollständig ungenehmigungsfähig" seien.
Die Mainzer Stadtspitze räumte ein, dass der Haushalt keine volle Zustimmung erhalten habe, stellte die Genehmigung aber als Fortschritt in ihren Konsolidierungsbemühungen dar. Mainz, Mitbegründer des Bündnisses "Für die Würde unserer Städte", fordert weiterhin 32 Milliarden Euro an Bundes- und Landeshilfen für finanziell kämpfende Kommunen. Unterdessen verlangt die lokale "Kenia-Koalition" "grundlegende Reformen", um die tiefe Krise der kommunalen Finanzen zu bewältigen.
Der nun bewilligte Haushalt beschränkt Mainz auf Investitionen in Höhe von 75 Millionen Euro – weit unter dem ursprünglichen Ziel. Die ADD fordert für künftige Einreichungen strengere Haushaltsdisziplin und realistischere Planungen. Ohne tiefgreifende Reformen oder zusätzliche Mittel bleiben die langfristigen Projekte der Stadt sowie ihre Schuldenlast weiter unter scharfem Beobachtung.






