Legendäre Münchner Kneipenwand wird in Bruckmühl als Kunstwerk wiedergeboren
Ditmar WellerLegendäre Münchner Kneipenwand wird in Bruckmühl als Kunstwerk wiedergeboren
Ein Stück Münchner Nachtlebensgeschichte wird in Bruckmühl gewürdigt. Die ikonische Wand der Kultkneipe Schwabinger 7, einst die legendärste Bar der Stadt, hat der Künstler Rupert Dorrer als mehrschichtiges Gemälde neu interpretiert. Das Kunstwerk wird am Montag um 11 Uhr in einer feierlichen Zeremonie enthüllt.
Die Kneipe Schwabinger 7 befand sich in der Feilitzschstraße 7, doch über die frühere Nutzung des Gebäudes ist wenig bekannt. Bevor sie schloss, war die Bar eine Münchner Institution – und ihre Wand lebt nun in einer Mixed-Media-Arbeit weiter. Dorrers Gemälde mit dem Titel Schwabinger 7 misst 140 cm in der Breite und 72 cm in der Höhe und besteht aus filigranen Farbschichten, die das ursprüngliche Foto detailgetreu nachbilden.
Vor zwölf Jahren wurde das Werk versteigert und von Denn's Biomarkt erworben, der heute an der Stelle der ehemaligen Kneipe ansässig ist. Kürzlich einigten sich Dorrer und die Marktleitung darauf, das Gemälde dauerhaft als Leihgabe an eine Galerie in Bruckmühl zu übergeben. Die Enthüllung wird vom neu gewählten Bürgermeister der Stadt, Richard Richter, geleitet. Erwartet wird auch Gerd "Manila" Waldhauser, der langjährige Wirt der Kneipe.
Dorrer beschreibt sein Werk als Reflexion über Vergänglichkeit – ein festgehaltener Moment aus Münchens kultureller Vergangenheit, der längst verschwunden ist.
Das Gemälde bleibt als Teil der Galerie-Sammlung in Bruckmühl ausgestellt. Seine Ankunft schafft eine Verbindung zwischen der Kleinstadt und Münchens Geschichte und bewahrt so die Erinnerung an eine Bar, die einst das Nachtleben der Stadt prägte. Die Zeremonie am Montag wird das Kunstwerk offiziell der Öffentlichkeit präsentieren.