Kritik an der E-Auto-Prämie: "Keine neue Nachfrage, nur abgearbeitete Bestellungen"
Nathalie BauerKritik an der E-Auto-Prämie: "Keine neue Nachfrage, nur abgearbeitete Bestellungen"
Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland gerät wegen ihrer Marktwirkung zunehmend in die Kritik. Burkhard Weller, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), argumentiert, das Förderprogramm habe keine neue Nachfrage geweckt, sondern lediglich bestehende Auftragsrückstände abgebaut. Die Förderung sieht bis zu 6.000 Euro für Käufer förderfähiger Elektrofahrzeuge vor, die ab dem 1. Januar 2026 zugelassen werden.
Das mit 3,5 Milliarden Euro ausgestattete Programm richtet sich an Modelle mit Preisen zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Der Großteil dieser Fahrzeuge stammt von chinesischen Herstellern, da deutsche Automobilkonzerne derzeit keine E-Autos in dieser Preisklasse anbieten. Autohäuser verzeichneten im Mai einen deutlichen Anstieg der Verkäufe günstiger chinesischer Elektrofahrzeuge – bei der Weller-Gruppe verdoppelten sich die Absatzzahlen sogar.
Weller widerspricht der positiven Bewertung des Programms durch Umweltminister Carsten Schneider. Die Prämie habe vor allem bereits bestehende Bestellungen bedient, statt neue Käufer zu gewinnen, so der Verbandschef. Um die Elektromobilität voranzubringen, schlägt er vor, die Förderung auf Gebrauchtwagen auszuweiten, die Strompreise zu senken und die Ladeinfrastruktur auszubauen.
Zudem fordert er mehr Transparenz bei den Preisen an Ladestationen. Sein Vorschlag umfasst ein Roaming-System, bei dem – ähnlich wie bei Mobilfunknetzen – ein einheitlicher Tarif gilt. Die aktuelle Förderstruktur begünstige vor allem ausländische Hersteller, insbesondere chinesische Marken. Deutsche Hersteller hätten im geförderten Preissegment keine konkurrenzfähigen Modelle im Angebot. Wellers Vorschläge zielen darauf ab, Elektroautos für Verbraucher erschwinglicher und das Laden einfacher zu gestalten.






