Kretschmer fordert höhere Steuern für Reiche – und warnt vor Reform-Chaos
Nathalie BauerKretschmer fordert höhere Steuern für Reiche – und warnt vor Reform-Chaos
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich in die Debatten über Deutschlands Finanz- und Sozialpolitik eingeschaltet. Der CDU-Vorsitzende zeigte sich offen für höhere Steuern auf Erbschaften und Spitzenverdiener, kritisierte zugleich aber Stückwerk-Reformen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Regierung erwägt, große Rentenen- und Gesundheitsreformen vor den anstehenden Landtagswahlen zu verschieben.
Kretschmer lehnte pauschale Kürzungen bei Subventionen als Mittel zur Finanzierung von Steuersenkungen ab. Stattdessen plädierte er dafür, dass wohlhabendere Bürger stärker zur Kasse gebeten werden sollten, und erklärte: „Wer breitere Schultern hat, muss auch mehr tragen als diejenigen mit schwächeren.“ Seine Position deckt sich teilweise mit der des Finanzministers Lars Klingbeil (SPD), der die Steuerlast für Gering- und Mittelverdiener durch höhere Abgaben von Besserverdienern verringern will.
Der CDU-Politiker übt auch scharfe Kritik an der geplanten Gesundheitsreform und bezeichnete sie als Musterbeispiel für schlechte Planung. „Eine Rasenmäher-Methode ist keine kluge Politik“, bemerkte er und bestände darauf, dass die Wähler „einen in sich schlüssigen Gesamtplan“ bräuchten statt verstreuter Einzelmaßnahmen. Seine Vorbehalte gelten auch der Rentenkommission, die unter anderem eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre in Erwägung zieht.
Kretschmer betonte die Notwendigkeit einer langfristigen Strategie, um Deutschlands wirtschaftliche Zukunft zu sichern. Ohne einen klaren Fahrplan, warnte er, riskiere das Land im nächsten Jahrzehnt an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
Die Diskussionen über Steuern, Renten und Gesundheitsreformen bleiben weiterhin ungelöst. Kretschmers Forderung nach einem einheitlichen Vorgehen steht im Kontrast zu möglichen Verzögerungen der Regierung bei zentralen Vorhaben. Seine Aussagen erhöhen den Druck auf die Verantwortlichen, vor den anstehenden Wahlen fiskalische Verantwortung und Wählerinteressen in Einklang zu bringen.






