KitschKrieg dekonstruiert "Made in Germany" mit Humor und globalen Beats
Piotr DietzKitschKrieg dekonstruiert "Made in Germany" mit Humor und globalen Beats
KitschKrieg – deutsche Musik zwischen Präzision und Humor
Die deutsche Musikformation KitschKrieg verbindet in ihrem Schaffen handwerkliche Akribie mit spielerischer Ironie. Ihre Musik und ihr Markenauftritt bedienen sich des „Made in Germany“-Klischees als Meme und dekonstruieren dabei moderne deutsche Identität. Das Trio setzt auf eine schlichte, minimalistische Ästhetik, die sich auch in ihrem Sound widerspiegelt – inspiriert von unerwarteten Einflüssen.
Ihre Musik ist akribisch komponiert und wird oft mit handwerklicher Meisterleistung verglichen. Der reduzierte, fast flächige Klang erinnert an Stilelemente von Paul Kalkbrenner, doch statt klassischer deutscher Popmusik integrieren sie jamaikanische Rhythmen, internationalen Nischen-Rap und afrikanische Clubbeats.
KitschKrieg verweben in ihren Tracks häufig Samples von Ikone des „Made in Germany“-Sounds wie Blümchen oder Kraftwerk. Ihre beiden letzten Alben unter dem Titel „German Engineering“ entstanden in Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern. Rapper Baran Kok steuert mit seinen deutschen Texten über Dealer auf Raves eine weitere Facette zu ihrem eklektischen Stil bei.
Awhodat, das dritte Mitglied der Gruppe, zeichnet für die visuelle Gestaltung verantwortlich und schafft Fotos und Videos, die perfekt zum schwarz-weißen, minimalistischen Look der Band passen. Der weltweite Hype um ihr Album „Gut Genug“ zeigt, wie Streaming die Grenzen der Popmusik verschwimmen lässt.
Ihre Arbeit spielt mit deutschen Klischees, während sie gleichzeitig globale Klänge und Einflüsse aufgreift. Das Streaming-Zeitalter hat ihre Reichweite vervielfacht und aus „Made in Germany“ eine verspielt-internationale Marke gemacht. Mit ihrer Mischung aus Humor, Handwerkskunst und vielschichtigen Samples heben sie sich in der modernen Musikszene deutlich ab.
