Karin Bergmann wird erste künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele
Piotr DietzKarin Bergmann wird erste künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele
Die Salzburger Festspiele haben nach monatelanger Unsicherheit eine neue künstlerische Leiterin: Karin Bergmann übernimmt das Amt nach dem Abgang von Markus Hinterhäuser Ende März. Sein Rücktritt erfolgte im Zuge ungeklärter Konflikte und hinterließ viele offene Fragen.
Bergmann bezeichnete ihre Ernennung zur ersten Frau an der Spitze des Festivals als Überraschung. Sie betonte, die musikalische Ausrichtung Hinterhäusers fortsetzen zu wollen, kündigte jedoch eine Ausweitung des Schauspielprogramms an. Ihr Verhältnis zu Hinterhäuser sei stets professionell gewesen, erklärte sie; der Kontakt habe erst während der Gespräche über eine neue Schauspielintendanz zugenommen.
Zudem forderte Bergmann mehr Theaterregisseure im Kuratorium und sprach sich für Frauenquoten aus. Die unklaren Umstände von Hinterhäusers Abgang kritisierte sie als ein Zeichen von Unordnung.
Unterdessen wird Festspielpräsidentin Kristina Hammer bei der Eröffnung am 26. Juli nicht sprechen. Ihre aktuelle Amtszeit endet Ende 2026, und die Präsidentschaft wurde neu ausgeschrieben. Unter den 27 Bewerbern befindet sich auch Hammer selbst.
Bergmanns Führung wird strukturelle und inhaltliche Veränderungen für das Festival mit sich bringen. Die ungeklärten Details von Hinterhäusers Rücktritt und die anstehende Wahl der neuen Präsidentin werfen entscheidende Fragen für die Zukunft der Institution auf. Der nächste Abschnitt der Festspielgeschichte beginnt mit einer Mischung aus Kontinuität und Reformen.
