Kaleb Erdmanns neues Theaterstück zeigt den Niedergang ländlicher Dörfer wie Debritz
Nathalie BauerKaleb Erdmanns neues Theaterstück zeigt den Niedergang ländlicher Dörfer wie Debritz
Ein neues Stück des 1991 in Witten geborenen Autors Kaleb Erdmann rückt die Not der schrumpfenden ländlichen Regionen Deutschlands in den Fokus. Im fiktiven Dorf Debritz, einst ein blühendes Zentrum des Salzabbaus und ein beliebter Kurort, herrscht heute nur noch trostlose Öde. Die Handlung beleuchtet die Folgen des Klimawandels und die Kluft zwischen Stadt und Land.
Von Debritz’ goldenen Zeiten ist längst nichts mehr übrig. Missernten und der Mangel an junger Bevölkerung haben den Ort in den Niedergang getrieben. Industrie und öffentlicher Nahverkehr sind nahezu verschwunden – ein düsteres Abbild strukturschwacher Regionen in Deutschland.
Im Mittelpunkt des Stücks steht Peggy, eine Zuckerrübenbäuerin und die einzige voll ausgearbeitete Figur. Ihr Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als sie sich in die Welt des Online-Datings flüchtet, um ihrer harten Realität zu entkommen. Für humorvolle Momente sorgt die schrullige Figur Barbarossa, die unter der Erde haust.
In einem dramatischen und zugleich grotesken Höhepunkt beschließen Peggy und ihr Freund Maik, das Dorf in die Luft zu sprengen.
Erdmanns Werk thematisiert die Konsequenzen von Klimawandel und wirtschaftlicher Vernachlässigung. Debritz dient dabei als Kulisse, um den Kampf um das Überleben ländlicher Gemeinschaften zu untersuchen. Mit scharfem Blick und teils humorvollen Tönen wirft das Stück einen Blick auf eine untergehende Lebenswelt.
