Kai Wegners Schicksal als Berlins Bürgermeister hängt an 100 Tagen
Kai Wegners Amtszeit als regierender Bürgermeister Berlins könnte bereits in 100 Tagen enden – am 20. September 2023. Seine politische Zukunft hängt von der anstehenden Wahl ab, wobei auch sein Posten als CDU-Landesvorsitzender auf dem Spiel steht, falls er unterliegt. Die Partei hatte ihn Anfang dieses Jahres trotz früherer Kritik und Herausforderungen als Spitzenkandidaten bestätigt.
Im Februar 2023 bestätigte die CDU Wegner erneut als ihren Kandidaten für den Landesparteitag. Damals hatte SPD-Politiker Raed Saleh ihn bei einer Strategieklausur als „den einsamen Kai“ abgetan. Doch Wegner widerlegte alle Erwartungen, als er die Wahl 2023 gewann – obwohl er mit niedrigen Umfragewerten gestartet war und keine klaren Koalitionspartner in Sicht hatte.
Seine Führung stand in der Kritik, etwa wegen des Stromausfalls, winterlicher Glättegefahren, eines Subventionsskandals und der Ernennung einer neuen Staatssekretärin für Digitalisierung. Dennoch fand die CDU keine tragfähige Alternative, sodass er die einzige Option blieb.
Falls die CDU bei der Septemberwahl aus einer neuen Koalition ausgeschlossen wird, bliebe Wegner zunächst als geschäftsführender Bürgermeister im Amt. Doch seine Amtszeit würde voraussichtlich im Dezember 2023 enden, sobald eine neue Koalition steht. Er selbst erinnert die Wähler daran, dass sich Umfragen ändern können – so wie sie sich einst zu seinen Gunsten verschoben hatten.
Eine Niederlage im September würde wahrscheinlich sowohl sein Amt als regierender Bürgermeister als auch seine Position als CDU-Landesvorsitzender beenden. Doch wie sein Wahlsieg 2023 zeigte, könnte dies nicht das Ende seiner politischen Laufbahn sein. Seine unmittelbare Zukunft hängt von den Koalitionsverhandlungen ab, die auf die Wahl folgen.






