07 May 2026, 06:21

Jungheinrich reagiert auf Gewinnrückgang mit überraschendem Führungswechsel in der Finanzabteilung

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Jungheinrich reagiert auf Gewinnrückgang mit überraschendem Führungswechsel in der Finanzabteilung

Jungheinrich kündigt Führungswechsel in der Finanzabteilung nach deutlichem Gewinnrückgang an

Der Staplerhersteller Jungheinrich hat nach einem starken Profiteinbruch einen Wechsel in der Finanzführung bekannt gegeben. Heike Wulff wird den Vorstand früher als geplant verlassen – dies erfolgte in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat. Vorstandsvorsitzender Lars Brzoska übernimmt die Finanzgeschäfte kommissarisch, während das Unternehmen nach einer Nachfolge sucht.

Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Jungheinrich mit wachsenden finanziellen Herausforderungen konfrontiert ist. Im ersten Quartal dieses Jahres brach der Gewinn nahezu um die Hälfte ein.

Heike Wulff war Anfang 2026 in den Vorstand von Jungheinrich eingetreten, ihr ursprünglicher Vertrag sollte bis Mai 2027 laufen. Doch Aufsichtsrat und Wulff einigten sich darauf, ihr Mandat nicht zu verlängern, was zu ihrem vorzeitigen Ausscheiden führt. Gründe für die Entscheidung wurden nicht konkret genannt, doch das Unternehmen kämpft seit Längerem mit sinkender Rentabilität.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) halbierte sich im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Als Gründe für den Rückgang nannte das Unternehmen unter anderem den harten Wettbewerb im Markt für Industriefahrzeuge sowie einen langwierigen Streik am Produktionsstandort Lüneburg. Diese Rückschläge belasteten auch die Aktienperformance: Die Marktkapitalisierung schrumpfte seit Ende 2025 um fast 30 Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro.

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Das in Hamburg ansässige Unternehmen bleibt in Familienhand – die Nachkommen des Gründers Friedrich Jungheinrich halten die Mehrheit der Anteile. Die 54 Millionen stimmberechtigten, nicht börsennotierten Stammaktien sind gleichmäßig auf die Familien der beiden Töchter des Gründers aufgeteilt und repräsentieren 53 Prozent des Gesamtkapitals. Die verbleibenden 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien, die im MDAX gehandelt werden, befinden sich größtenteils im Streubesitz.

Lars Brzoska, der Jungheinrich als Vorstandsvorsitzender führt, wird die Finanzabteilung nun vorübergehend leiten, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist. Ein Zeitplan für die Neubesetzung wurde bisher nicht genannt.

Die Umstrukturierung in der Führungsetage folgt auf eine schwierige Phase mit sinkenden Gewinnen und einem rückläufigen Aktienkurs. Die interimistische Übernahme der Finanzverantwortung durch Brzoska soll die Abteilung stabilisieren, während das Unternehmen seine operativen Herausforderungen angeht. Trotz der familiären Mehrheitsbeteiligung bleibt der Marktdruck eine zentrale Sorge für die künftige Entwicklung des Unternehmens.

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