Autohandel in der Krise: Wie die E-Mobilität Händler zum Umdenken zwingt
Nathalie BauerAutohandel in der Krise: Wie die E-Mobilität Händler zum Umdenken zwingt
Die Wende zur E-Mobilität zwingt den deutschen Autohandel zu tiefgreifenden Veränderungen. Burkhard Weller, Präsident des Verbands Deutscher Autohäuser (VAD), warnt vor einem Rückgang der Händlerzahlen und einem Einbruch im Servicegeschäft. Seine Äußerungen fallen im jüngsten AUTOHAUS-Podcast, in dem er die bevorstehenden Herausforderungen für die Branche skizziert.
Weller prognostiziert, dass die Zahl der Standorte und unabhängigen Autohäuser unter 3.000 sinken wird. Grund dafür ist die nachlassende Nachfrage nach Verschleißteilen, da sich die Elektrifizierung durchsetzt. Sollte sich der Trend fortsetzen, rechnet er mit einem Rückgang des Servicegeschäfts um die Hälfte.
Der VAD fordert eine stärkere politische Vertretung der Brancheninteressen. Weller, der selbst ein Autohaus führt, plädiert für klarere Regeln bei den Fördergeldern für Elektroautos. Seine Vorschläge umfassen eine schnellere Auszahlung, eine rückwirkende Förderung ab dem 1. Januar sowie Subventionen für junge Gebrauchtwagen.
Zudem wünscht er sich ein vereinfachtes Förderverfahren, das nahtlos in den Verkaufsprozess integriert ist – ohne zusätzlichen Bürokratieaufwand. Erste Gespräche in Berlin deuten darauf hin, dass Politiker aufgeschlossener reagieren, wenn Unternehmer direkt über ihre Sorgen sprechen.
Weller betont, dass Händler ihre Geschäftsmodelle überdenken müssen, um zu überleben. Traditionelle Einnahmequellen wie Reparaturen und Ersatzteilverkäufe schwinden, da Elektroautos weniger Wartung benötigen.
Mit seinen Initiativen will der VAD den Autohäusern bessere Unterstützung während des Umbruchs sichern. Wellers Warnungen unterstreichen die Dringlichkeit politischer Maßnahmen und branchenweiter Anpassungen. Ohne Veränderungen steht vielen Betrieben eine ungewisse Zukunft bevor, während die Elektrifizierung den Markt neu gestaltet.






