08 June 2026, 10:19

Jekaterinburgs "Lange Nacht der Museen" feiert 20. Jubiläum mit Rekord und Sowjet-Nostalgie

"Night", wenn Geschichte lebendig wird: 101 Veranstaltungsorte nehmen an der Jubiläumsaktion der Museumsstadt in Jekaterinburg teil

Jekaterinburgs "Lange Nacht der Museen" feiert 20. Jubiläum mit Rekord und Sowjet-Nostalgie

Jekaterinburg feiert 20. Jubiläum der „Langen Nacht der Museen“ mit Rekordbeteiligung

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Mit 101 teilnehmenden Veranstaltungsorten hat Jekaterinburg das 20-jährige Jubiläum seiner jährlichen „Langen Nacht der Museen“ gefeiert – so viele wie nie zuvor. Tausende Besucher nutzten die Gelegenheit, an einem einzigen Abend Geschichte, Wissenschaft und Kunst zu entdecken. Ein Höhepunkt war eine Sonderausstellung zum 60. Gründungsjubiläum der lokalen Sputnik-Reiseabteilung.

Besonders Gesprächsstoff bot die Ausstellung „Koffermentalität“ im Jekaterinburger Geschichtsmuseum. Sie führte zurück in die Zeit, als das hiesige Sputnik-Büro – einst das drittgrößte der gesamten UdSSR – Auslandsreisen organisierte, allerdings unter strengen sowjetischen Auflagen. Damals benötigten Reisende Charakterreferenzen, mussten Altersvorgaben erfüllen und durften kapitalistische Länder erst besuchen, nachdem sie zuvor ein sozialistisches bereist hatten.

Das kreative Zentrum L52 entwickelte sich zum Anziehungspunkt für Technikbegeisterte und Nostalgie-Fans. An seinen beiden Standorten in der Baschowstraße 124a und der Leninstraße 52 wurden sowjetische Wissenschaftserfolge neben modernen Innovationen präsentiert. Gleichzeitig lockte das Museum für Steinschneidekunst und Juwelierhandwerk mit Führungen und „Mythen-Checks“. Besucher konnten sich auf eine große Schnitzeljagd durch finno-ugrische Sagen begeben oder seltene Mineraliensammlungen bewundern.

Die Jekaterinburger Sputnik-Niederlassung wurde zudem für ihre Rolle beim Export von Souvenirs und der Verwaltung der knappen Devisen für Auslandsreisen gewürdigt. Die Ausstellung verdeutlichte, wie stark kontrolliert der Tourismus in der Sowjetzeit war – ein krasser Gegensatz zu den offenen Grenzen von heute.

Die 20. „Lange Nacht der Museen“ verband auf einzigartige Weise Geschichte, Kultur und interaktive Erlebnisse in der ganzen Stadt. Ausstellungen wie „Koffermentalität“ oder die Schauen im L52-Cluster gaben den Gästen Einblicke in Jekaterinburgs Vergangenheit und Gegenwart. Die Veranstalter verzeichneten eine hohe Besucherzahl – ein Zeichen dafür, dass das Format bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt bleibt.

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