IMK verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien
Ditmar WellerIMK verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Diese Entscheidung fällt trotz anhaltender Bedenken hinsichtlich Pyrotechnik und Sicherheitsproblemen im Sport.
Ein vertraulicher Bericht der IMK-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ stuft Pyrotechnik als eines der größten Sicherheitsrisiken in Stadien ein. Die Gruppe betont, dass bestehende Bußgelder für den Einsatz von Pyrotechnik oft keine abschreckende Wirkung zeigen. Pilotprojekte mit Pyrotechnik-Detektoren brachten zudem kaum Erfolge.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) äußert sich seit Langem kritisch zu dem Problem. Er warf dem Schiedsrichter vor, das DFB-Pokalfinale im Mai trotz Pyrotechnik-Einsatz nicht abgebrochen zu haben. Reul zeigte sich zudem frustriert über die zögerliche Bekämpfung von Fußballgewalt und erklärte, die aktuellen Maßnahmen seien unzureichend.
Reul setzt sich für strengere Kontrollen ein, darunter Durchsuchungen in Ultra-Fankurven und eine verbesserte Videoüberwachung, um das Werfen von Gegenständen über Zäune zu verhindern. Die Vereine argumentieren jedoch, dass flächendeckende Kontrollen kaum umsetzbar seien. Die IMK wird vorerst nicht aktiv, will das Thema aber auf ihrer Herbstkonferenz erneut aufgreifen. Statt verschärfter Verbote soll die Arbeitsgruppe einen „konstruktiven Austausch über die Ahndung von Verstößen“ führen.
Die Entscheidung der IMK bedeutet, dass es vorerst keine zusätzlichen Maßnahmen geben wird. Die Probleme mit Pyrotechnik und Stadiongewalt bleiben bis zur Herbstsitzung auf dem Prüfstand. Vereine und Behörden werden sich weiterhin auf die Diskussion von Strafen konzentrieren – nicht auf deren Durchsetzung.
