28 June 2026, 14:18

Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen Prunk und kolonialer Kritik

Humboldt-Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen Prunk und kolonialer Kritik

Das Humboldt Forum feiert fünfjähriges Bestehen – doch sein Platz in Berlin bleibt umstritten

Seit fünf Jahren ist das Humboldt Forum geöffnet, doch noch immer ringt es um seine Identität. Viele Besucher beschreiben es als befremdlich – wie einen Gast auf einer Feier, der verzweifelt dazugehören möchte. Seine prunkvolle Architektur und die kolonialen Verstrickungen sorgen weiterhin für kontroverse Debatten.

Von Anfang an stand das Projekt in der Kritik, vor allem wegen seiner Finanzierung. Wohlhabende, konservative Geldgeber unterstützten es mit dem Ziel, preußischen Glanz ins Herz Berlins zurückzubringen. Noch bevor die Türen sich öffneten, befeuerte das Forum die Diskussionen über geraubte Kulturgüter, Restitution und koloniale Gewalt.

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Heute beherbergt das Gebäude unter seiner kreuzgekrönten Kuppel das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Das kulturelle Programm setzt sich häufig mit großen Themen auseinander – vom Schwinden der Demokratie über globale Ungerechtigkeit bis hin zu Bedrohungen der künstlerischen Freiheit. Erst kürzlich hinterfragte Sarah Ama Duah in ihrer Performance to build to bury to remember koloniale Perspektiven, indem sie Objekte als eigenständige Wesen präsentierte.

Doch der Besuch kann wirken wie ein Flickwerk. Hervorragende Ausstellungen gehen zwischen den gewaltigen Rolltreppen und Betonfluren des Baus unter. Im vergangenen Jahr zogen die Schauen rund 634.000 Besucher an – ein Bruchteil der 13 Mal höheren Besucherzahlen des Louvre. Trotz wiederholter Enttäuschungen kehren viele zurück, in der Hoffnung, dass das nächste Event ihre Erwartungen endlich erfüllt.

Das Humboldt Forum bleibt ein polarisierender Ort. Seine kolonialen Bezüge, die palastartige Architektur und die mangelnde städtische Einbindung prägen weiterhin seinen Ruf. Die Besucherzahlen und die gespaltenen Reaktionen zeigen: Noch hat es das Publikum nicht wirklich für sich gewonnen.

Quelle