Hermann-Hesse-Bahn: Kosten explodieren auf 207 Millionen – Fertigstellung erst 2025
Nathalie BauerHermann-Hesse-Bahn: Kosten explodieren auf 207 Millionen – Fertigstellung erst 2025
Hermann-Hesse-Bahn in Baden-Württemberg: Kosten explodieren, Fertigstellung verzögert sich um Jahre
Das Bahnprojekt Hermann-Hesse-Bahn in Baden-Württemberg steckt in schweren Schwierigkeiten: Die Kosten sind massiv gestiegen, und die Fertigstellung verzögert sich um Jahre. Ursprünglich mit 49 Millionen Euro veranschlagt, belaufen sich die aktuellen Schätzungen mittlerweile auf 207 Millionen Euro. Statt wie geplant 2018 soll die Strecke nun erst Ende 2025 in Betrieb gehen – unter anderem wegen des Artenschutzes für heimische Fledermauspopulationen.
Die Pläne für die Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn begannen 2015 mit einem Kostenrahmen von 49 Millionen Euro. Doch im Laufe der Zeit stiegen die Ausgaben massiv an und erreichten schließlich 207 Millionen Euro – mehr als das Vierfache der ursprünglichen Kalkulation. Das Land Baden-Württemberg, das zunächst die Hälfte der Kosten tragen wollte, erhöhte seinen Anteil auf 75 Prozent, um die Mehrkosten abzufedern. Die verbleibenden 25 Prozent übernimmt der Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn, dem der Landkreis Calw und umliegende Gemeinden angehören.
Auch bei den Zeitplänen gab es erhebliche Rückschläge. Die für 2018 vorgesehene Inbetriebnahme verschiebt sich nun auf Ende 2025. Einer der Gründe für die Verzögerungen ist der Schutz bedrohter Fledermausarten in der Region. Zwei der 18 lokalen Fledermausarten hatten Schwierigkeiten, sich an die Baumaßnahmen anzupassen. Als Lösung soll in zwei Tunneln eine Trennwand eingebaut werden, um den Tieren einen geeigneten Lebensraum zu bieten.
Die finanzielle Fehlplanung des Projekts steht in der Kritik. Im 53. Schwarzen Buch des Bundes der Steuerzahler werden 100 Fälle von Verschwendung öffentlicher Gelder in Deutschland aufgelistet – elf davon allein in Baden-Württemberg. Die Hermann-Hesse-Bahn zählt zu den genannten Beispielen und unterstreicht die Sorgen über die explodierenden Kosten und die langwierigen Verzögerungen.
Mit einem aktuellen Preis von 207 Millionen Euro liegt das Projekt weit über dem ursprünglichen Budget. Da die Fertigstellung nun erst für Ende 2025 erwartet wird, bleiben die Herausforderungen – von Artenschutzauflagen bis hin zu Finanzierungsfragen – weiter im Fokus. Die erhöhten Landesmittel und der Eigenanteil des Zweckverbands sollen die finalen Kosten decken.