Herbert Grönemeyer erhält Nationalpreis und kritisiert Politik scharf
Nathalie BauerHerbert Grönemeyer erhält Nationalpreis und kritisiert Politik scharf
Der Sänger Herbert Grönemeyer ist mit dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung für sein gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Der 70-Jährige nutzte seine Dankesrede, um die Politik der vergangenen zwei Jahrzehnte für ihre mangelnde Kommunikationsfähigkeit zu kritisieren. Gleichzeitig rief er zu mehr bürgerlichem Engagement und Optimismus in der Gesellschaft auf.
Grönemeyer benannte konkrete Versäumnisse der letzten Regierungen, mit der Bevölkerung in Verbindung zu treten. Die aktuelle politische Lage verglich er mit einer chaotischen Ampelkreuzung, an der die Koalitionspartner eher streiten als regieren. Besonders nannte er die Bundeskanzler Angela Merkel und Olaf Scholz, denen er vorwarf, keine klaren Botschaften vermittelt zu haben.
Als positives Beispiel für gelungene Zusammenarbeit führte er den Fußball an. Spieler wie Felix Nmecha und Aleksandar Pavlović zeigten, wie Teamwork funktionieren könne, argumentierte er. Zudem erinnerte der Musiker an das Jahr 2015, als viele Deutsche Geflüchteten halfen – ein Moment der Einheit und Hoffnung.
Der Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung ehrt Persönlichkeiten, die sich für die Demokratie einsetzen, und ist mit 50.000 Euro dotiert. Grönemeyer betonte, er habe keine Angst vor der Zukunft und fühle sich den jüngeren Generationen gegenüber verantwortlich.
Die Auszeichnung würdigt Grönemeyers langjähriges gesellschaftliches Wirken. In seiner Rede forderte er die Menschen auf, selbst Initiative zu ergreifen, statt sich auf Autoritäten zu verlassen. Er unterstrich, dass die Zivilgesellschaft eigenständig handeln müsse, um eine bessere Zukunft zu gestalten.
