24 June 2026, 14:16

Hamburgs Notfallhilfe für Unversicherte bricht zusammen – mit tödlichen Folgen

Notfallfonds kann keine Behandlungen mehr bezahlen

Hamburgs Notfallhilfe für Unversicherte bricht zusammen – mit tödlichen Folgen

Unversicherte in Hamburg stehen vor einer Gesundheitskrise, nachdem die Stadt ihr Notfallhilfeprogramm nicht finanziert hat. Die Clearingstelle im Hamburger Flüchtlingszentrum, die Menschen den Zugang zu medizinischer Behandlung ermöglicht, hat seit Mitte Mai 2025 keine Mittel mehr für neue Fälle.

Die Clearingstelle unterstützt unversicherte Patient:innen, indem sie sie an die Regelversorgung vermittelt oder dringende Behandlungen über einen städtischen Notfallfonds finanziert. Die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen ist stark gestiegen: Die Beratungszahlen stiegen von 284 im Jahr 2012 auf über 2.300 im Jahr 2024. Trotz dieses Anstiegs wurde das Budget nie dauerhaft aufgestockt.

2024 bewilligte der Fonds 678 von 781 Anträgen und gab rund 718.000 Euro für Behandlungen und Medikamente aus. Doch im Mai 2025 wurde nur ein Bruchteil der beantragten zusätzlichen 500.000 Euro bewilligt. Dadurch war der Fonds aufgebraucht, und die Stadt musste die Kostenübernahme für lebensnotwendige Behandlungen verweigern.

Das Netzwerk Medinetz, ein Verbund aus medizinischen Einrichtungen und Beratungsstellen, kritisiert die Sparmaßnahmen der Stadt scharf. Die Organisation bietet unversicherten Menschen medizinische und soziale Unterstützung und fordert Hamburg nun auf, sein Koalitionsabkommen einzuhalten. Gefordert werden die sofortige Freigabe von Mitteln sowie ein nachhaltiges, bedarfsgerechtes Finanzierungsmodell. Ohne diese Schritte bleiben viele Patient:innen unbehandelt – mit dem Risiko schwerer gesundheitlicher Folgen oder sogar des Todes.

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Ähnliche Clearingstellen und Medinetz-Netzwerke gibt es auch in anderen norddeutschen Bundesländern, darunter Bremen, Hannover und Schleswig-Holstein. Der Notfallfonds bleibt für den Rest des Jahres 2025 leer, sodass unversicherte Migrant:innen und andere Betroffene keinen Zugang zu lebenswichtiger medizinischer Versorgung haben. Die Weigerung der Stadt, ausreichend Mittel bereitzustellen, hat die Unterstützung bei akuten und lebensbedrohlichen Fällen zum Erliegen gebracht. Medinetz setzt sich weiterhin für dringendes Handeln ein, um weitere Schäden zu verhindern.

Quelle