20 June 2026, 14:16

Hamburger Jugendverband droht Schließung wegen chronischer Finanznot

Finanzielle Engpässe und Gegenwinde

Hamburger Jugendverband droht Schließung wegen chronischer Finanznot

Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) in Hamburg steht vor der Schließung – Grund ist eine chronische Unterfinanzierung. Ohne gesicherte finanzielle Mittel könnte die Organisation ihre Arbeit bald einstellen müssen. Die Geschäftsführung warnt, dass selbst die grundlegenden Verwaltungskosten trotz anhaltend hoher Nachfrage nach den Angeboten nicht gedeckt seien.

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Die Krise ist das Ergebnis langjähriger Finanzlücken, die besonders die offenen Angebote für Kinder und Jugendliche betreffen. Der VKJH verfügt derzeit nicht über die Mittel, um selbst elementare Verwaltungsstellen aufrechtzuerhalten. Um den Betrieb zu sichern, wären jährlich zusätzliche 120.000 Euro nötig – für eine Geschäftsführungs- und eine Verwaltungsstelle.

Die Hamburger Bildungsbehörde schlägt nun vor, die Jugendombudsstelle OHA! Anwältin für Kinder- und Jugendrechte mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen. Dafür wäre ein neues Ausschreibungsverfahren erforderlich – ein Schritt, den der VKJH als nicht im ursprünglichen Sinne vorgesehen kritisiert. Anja Post-Martens, eine der Geschäftsführerinnen, betont, dass die ursprüngliche Ausschreibung für die OHA explizit auch die Kindertagesbetreuung umfasste.

Seit ihrer Gründung 2021 bearbeitet die OHA-Stelle jährlich rund 300 Beratungsanfragen. Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat sich eingeschaltet und äußert massive Bedenken gegen die geplante Zusammenlegung und Neuausschreibung. Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, erwägt der VKJH, seine 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die Bezirksämter zu übertragen.

Die drohende Schließung des VKJH gefährdet sein breites Angebot an Jugendhilfen. Der Zusammenschlussplan der Stadt könnte zudem die etablierte OHA-Ombudsstelle zerschlagen. Ohne dringende finanzielle Unterstützung oder eine überarbeitete Vereinbarung könnten sowohl die Organisation als auch ihre Programme bald Geschichte sein.

Quelle