14 March 2026, 06:49

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Anwesen am Starnberger See

Ein Restaurant mit Holztischen und -stühlen vor einem großen Fenster, umgeben von Pflanzen und Lichtern, mit Menschen und Gebäuden draußen in Berlin, Deutschland.

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Anwesen am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Anwesen von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Anwesen, das einst dem legendären Humoristen Loriot gehörte, ist eng mit der deutschen Komödie verbunden. Der Kauf durch Jauch folgt auf jahrelange Spekulationen über die Verbindung des Hauses zu Loriots bekanntesten Werken.

Loriot, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, stammte aus einer adligen mecklenburgischen Familie, deren Wappen eine Pirol abbildete. Sein scharfer Witz und seine zeitlosen Sketche machten ihn zu einer nationalen Ikone, doch bleibt unklar, wie viele seiner Werke tatsächlich auf dem Gut in Starnberg entstanden sind.

Loriot drehte nur zwei Spielfilme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit seiner langjährigen Partnerin Evelyn Hamann in der Hauptrolle. Das Sofa, auf dem das Duo in seinen berühmten Gesprächen saß, steht heute in der Eingangshalle von Radio Bremen – ein Relikt ihrer komödiantischen Zusammenarbeit. Ödipussi wurde teilweise im Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure gedreht, weitere Szenen entstanden an der ligurischen Küste in Portofino und auf der Promenade von Santa Margherita. Deutsche Drehorte waren unter anderem der Zugspitzplatz und das Olympiazentrum in Garmisch-Partenkirchen.

In Pappa ante Portas nimmt die Handlung eine Wendung, als Heinrich Lohse, gespielt von Loriot, aus dem Axel-Springer-Haus entlassen wird – ein Moment, der den humorvollen Zusammenbruch seiner Familie auslöst. Ein weiterer Kultsketch, Die Nibelungen (1976, bekannt auch als Wohnungsverwüstung), zeigt Loriots Talent, aus einer kleinen Panne eine eskalierende Katastrophe zu machen. Doch trotz des Ruhms des Hauses bleibt fraglich, ob dort tatsächlich viele seiner Werke entstanden sind.

Jauchs Entscheidung, das Anwesen zu kaufen, könnte auf seiner Bewunderung für Loriots Humor beruhen. Er hat bereits Erfahrung mit der Bewahrung kultureller Denkmäler: So unterstützte er die Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam am Heiligen See. Das Haus am Starnberger See reiht sich nun in sein Portfolio historisch bedeutender Immobilien ein.

Mit dem Verkauf geht ein Stück deutscher Komödiengeschichte in neue Hände über. Auch wenn die genaue Rolle des Hauses in Loriots Filmen umstritten bleibt, ist sein Erbe als Symbol für sein Genie unbestritten. Durch Jauchs Besitz ist der Erhalt des Anwesens gesichert – eine Verbindung zweier prägender Persönlichkeiten der deutschen Kulturgeschichte.

Quelle