GSM-R-Ausfall legt Güterverkehr lahm – Verband fordert radikale Reformen bei DB InfraGO
Piotr DietzGSM-R-Ausfall legt Güterverkehr lahm – Verband fordert radikale Reformen bei DB InfraGO
Bundesspartenverband Schienengüterverkehr fordert dringendes Handeln nach bundesweitem Ausfall des GSM-R-Funknetzes
Nach dem flächendeckenden Zusammenbruch des digitalen Bahnfunksystems GSM-R hat der Bundesspartenverband Schienengüterverkehr (BSV) zu sofortigen Maßnahmen aufgerufen. Güterverkehrsunternehmen sehen sich derzeit massiven Behinderungen ausgesetzt – Lieferketten geraten ins Stocken, und der Schienentransport verliert weiter an Boden gegenüber dem Lkw-Verkehr.
Ein jüngster Totalausfall des GSM-R-Systems versetzte die Branche in einen Dauer-Krisenmodus. Der Verband kritisierte, dass während der Störung funktionierende Notfallpläne fehlten, was die Chaoslage zusätzlich verschärfte. Besonders an Christi Himmelfahrt machten sich über Tage anhaltende Betriebsstörungen bemerkbar, die tiefgreifende strukturelle Defizite offenbarten – darunter mangelhafter Zugang zu Fahrplanbüros und Leitstellen.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin des Verbands, übt scharfe Kritik an der DB InfraGO, deren wachsende operative Probleme den Güterverkehr direkt belasten. Die Branche drängt nun den Verkehrsausschuss des Bundestags, die Störungen zu beheben und das Schienennetz zu stabilisieren.
Zudem fordert der Verband eine stärkere bundesweite Aufsicht über die DB InfraGO. Vorgeschlagen wird die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur, das den Betreiber effizienter steuern und kontrollieren soll.
Die genauen finanziellen Folgen für die Güterverkehrsunternehmen sind noch nicht absehbar. Der Verband besteht auf schnelle politische Eingriffe, um die Stabilität wiederherzustellen und weitere Wettbewerbsnachteile für den Schienengüterverkehr zu verhindern. Ohne gezielte Maßnahmen droht dem Sektor eine anhaltende Instabilität.
