29 June 2026, 14:21

Grüne reformieren Umgang mit sexueller Belästigung nach Gelbhaar-Fall

Grüne Party setzt neue Regeln gegen sexuelle Belästigung

Grüne reformieren Umgang mit sexueller Belästigung nach Gelbhaar-Fall

Die Grünen haben ein neues Statut zum Umgang mit sexueller Belästigung eingeführt. Der Schritt erfolgt ein Jahr, nachdem eine interne Kommission die Bearbeitung eines prominenten Falls durch die Partei kritisiert hatte – es ging um den Abgeordneten Stefan Gelbhaar.

Vor einem Jahr legte die parteiinterne Kommission einen Bericht zum Fall Stefan Gelbhaar vor. Darin kam sie zu dem Schluss, dass das damals angewandte Ombudsverfahren schwerwiegende Mängel in puncto Verfahrensfairness und Definitionen aufwies. Zudem sei das Verfahren für politische Zwecke instrumentalisiert worden, wodurch Gelbhaar keine angemessene Möglichkeit zur Verteidigung blieb.

Die Belästigungsvorwürfe gegen Gelbhaar waren vor der Bundestagswahl 2021 bekannt geworden. In der Folge verlor er die Chance, als Direktkandidat im Berliner Bezirk Pankow anzutreten.

Nach den neuen Regeln sollen Beschwerdeausschüsse künftig stärker auf Vermittlung statt auf Sanktionen setzen. Disziplinarmaßnahmen werden nun von parteiinternen Schiedsgerichten behandelt. Das Statut sieht zudem Maßnahmen vor, um Interessenkonflikte zu vermeiden und die Vertraulichkeit zu wahren.

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Bei Verdacht auf Straftaten werden Betroffene an externe Beratungsstellen verwiesen. Ihnen wird außerdem ihr Recht aufgezeigt, strafrechtliche Schritte einzuleiten. Ziel der Reformen ist es, die Rollen der verschiedenen Parteigremien klarer zu definieren und die internen Abläufe zu verbessern.

Das neue Statut behebt Schwachstellen, die in der Vergangenheit bei der Bearbeitung von Belästigungsfällen auftraten. Es führt klarere Verfahren für Beschwerden, Vermittlungsversuche und Disziplinarmaßnahmen ein. Die Änderungen orientieren sich an den Empfehlungen des Kommissionberichts vom vergangenen Jahr.

Quelle