Grüne lehnen CDU-Koalition ab und werben um enttäuschte FDP-Wähler
Die Grünen haben nach ihrem Sieg bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg eine Regierungsbeteiligung mit der CDU ausgeschlossen. Parteichefin Britta Haßelmann lehnte einen Vorschlag der Christdemokraten ab, die Amtszeit des Ministerpräsidenten aufzuteilen, und bezeichnete dies als "abwegig". Der Schritt erfolgt, während die Grünen gezielt Wähler der in der Krise steckenden FDP ansprechen wollen.
Die FDP erlebte bei der Landtagswahl im März 2026 in Baden-Württemberg einen herben Rückschlag und verfehlte mit weniger als fünf Prozent der Stimmen den Einzug ins Parlament. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten scheiterte die Partei damit an der Fünf-Prozent-Hürde. Aktuelle Umfragen deuten auf ähnliche Probleme in anderen Bundesländern hin: In Regionen wie Rheinland-Pfalz liegt die FDP bei nur noch ein bis zwei Prozent.
Haßelmann wies den von CDU-Fraktionschef Jens Spahn vorgeschlagenen Wechsel im Ministerpräsidentenamt als undurchführbar zurück. Sie betonte, dass knappe Wahlergebnisse keine Seltenheit seien und keine solchen Sonderlösungen rechtfertigten. Stattdessen argumentierte sie, die FDP sei nicht mehr in der Lage, liberale Werte allein zu vertreten.
Die Grünen planen nun, gezielt ehemalige FDP-Wähler zu werben. Haßelmann erklärte, ihre Partei sehe großes Potenzial darin, diese Wählergruppe für sich zu gewinnen. Sie bestätigte, dass die Grünen den früheren FDP-Anhängern ein direktes Angebot machen würden, um ihre Position als führende Kraft im Land weiter auszubauen.
Mit der FDP als parlamentarischer Kraft in Baden-Württemberg ausgeschaltet, streben die Grünen eine Verbreiterung ihrer Basis an. Die Partei wird die Regierungsgeschäfte allein führen und gleichzeitig versuchen, enttäuschte liberale Wähler zu gewinnen. Haßelmanns klare Absage an den CDU-Vorschlag unterstreicht ihren unnachgiebigen Kurs in Sachen Regierungsführung – ohne Kompromisse.