Gedenkfeier in Halle eskaliert nach Provokation mit russischen Flaggen und Symbolen
Ditmar WellerGedenkfeier in Halle eskaliert nach Provokation mit russischen Flaggen und Symbolen
Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) eskaliert nach Provokation mit russischen Symbolen
Eine Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) ist am Sonntag in Spannungen umgeschlagen. Bei der Feier auf dem Südfriedhof der Stadt kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmenden, nachdem eine Gruppe russische Flaggen und Symbole gezeigt hatte. Die Veranstalter und Redner verurteilten die Geste als gezielte Provokation im Zusammenhang mit dem anhaltenden Krieg in der Ukraine.
Die Gedenkfeier begann mit einer Kranzniederlegung durch die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Judith Marquardt im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt. Anwesende legten zudem Blumen am Ehrenhain nieder, um der deutschen Widerstandskämpfer zu gedenken, die sich gegen das NS-Regime auflehnten. Gisela Döring vom VVN-BdA würdigte ihren Mut und bezeichnete sie als Helden im Kampf gegen den faschistischen Terror.
Die Stimmung kippte, als Mitglieder der „Halle-Bewegung“ mit russischen Flaggen, Plakaten und Anstecknadeln auftauchten. Ihre Präsenz löste sofortige Empörung aus – viele sahen in den Symbolen eine Unterstützung für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Lukas Wanke (VVN-BdA) betonte, das Vermächtnis der Widerstandskämpfer verlange heute eine kompromisslose Haltung gegen Unrecht. Der Leitspruch „Nie wieder“ dulde keine Ausnahmen, warnte er.
Eric Stehr von der Linken schloss sich dieser Haltung an und warnte davor, sich mit einem Regime gemein zu machen, das für Terror und Zerstörung stehe. Zwar räumte er die historische Bedeutung der Roten Armee ein, doch rechtfertige dies keine heutigen Kriegsverbrechen. Auf dem Friedhof ruhen die Überreste von 977 sowjetischen Bürgern – obwohl Halle 1945 nicht von der Sowjetunion, sondern von der US-Armee befreit wurde.
Die Veranstaltung endete in angespannter Atmosphäre, während die Organisatoren ihre Ablehnung von Krieg und Faschismus bekräftigten. Die Provokation mit russischen Symbolen überschattete den eigentlichen Zweck der Feier: das Gedenken an jene, die sich dem NS-Regime widersetzten. Nun stehen Stadtvertreter und Aktivisten vor der Frage, wie ähnliche Störungen bei künftigen Gedenkveranstaltungen verhindert werden können.






