Frankfurter Bildungsdirektor warnt vor politischem Einfluss auf Yad-Vashem-Dependancen
Ditmar WellerFrankfurter Bildungsdirektor warnt vor politischem Einfluss auf Yad-Vashem-Dependancen
Der Direktor des Anne-Frank-Bildungszentrums in Frankfurt, Meron Mendel, hat deutsche Behörden aufgefordert, den Einfluss der israelischen Regierung auf die Arbeit von Yad Vashem kritisch zu prüfen. Mendels Appell erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Pläne für die Einrichtung von Dependancen der Holocaust-Gedenkstätte in Bayern und Sachsen konkret voranschreiten. Seine Bedenken gelten der Frage, wie politische Verbindungen die pädagogische Ausrichtung dieser neuen Standorte prägen könnten.
Mendel stellte die in Deutschland weitverbreitete Wahrnehmung infrage, Yad Vashem agiere als neutrale, unabhängige Institution. Nach israelischem Recht untersteht die Gedenkstätte direkt der Regierung und muss sich an deren offizielle Geschichtsdarstellung halten. Der Ministerpräsident ernennt persönlich den Vorsitzenden – ein Amt, das derzeit Dani Dayan innehat, der zuvor als Chef-Lobbyist der Siedlerbewegung tätig war.
Mendel bestritt nicht den möglichen Beitrag Yad Vashems zur deutschen Erinnerungskultur. Allerdings betonte er die Notwendigkeit, zu verhindern, dass diese Standorte für politische Zwecke instrumentalisiert werden. Seine Warnungen beziehen sich auch auf die Auswirkungen der von der israelischen Ultra-Rechten geführten Regierung auf die inhaltliche Ausrichtung der geplanten deutschen Dependancen.
Die Debatte entzündet sich an den laufenden Vorbereitungen für die Expansion Yad Vashems in zwei deutsche Bundesländer. Mendels Äußerungen lenken den Blick auf grundsätzliche Fragen, wie historische Erinnerung gestaltet wird – und von wem –, wenn Institutionen nationale Grenzen überschreiten.
Die geplanten Yad-Vashem-Standorte in Bayern und Sachsen werden einer Einrichtung unterstehen, die eng mit der israelischen Regierung verbunden ist. Mendels Intervention setzt die deutschen Behörden unter Druck, zu bewerten, ob diese Orte ihre pädagogische Unabhängigkeit wahren können. Das Ergebnis könnte maßgeblich beeinflussen, wie die Erinnerung an den Holocaust in Deutschland bewahrt und vermittelt wird.






