Fachkräftemangel: Warum internationale Studierende in Deutschland scheitern – und wie sie es schaffen können
Murat JähnFachkräftemangel: Warum internationale Studierende in Deutschland scheitern – und wie sie es schaffen können
Internationale Studierende sind ein Schlüsselfaktor für Deutschlands Fachkräftebedarf – doch der Berufseinstieg bleibt eine Hürde
Internationale Studierende spielen eine zentrale Rolle für den deutschen Arbeitsmarkt: Mehr als die Hälfte von ihnen belegt MINT-Fächer. Dennoch sehen sich viele beim Übergang in den Beruf mit Herausforderungen konfrontiert. Ein aktueller Bericht zeigt, wie finanzielle Belastungen, Sprachbarrieren und berufspraktische Erfahrungen ihre Karrierechancen im Land prägen.
Aktuell fehlen in Deutschland rund 148.500 MINT-Fachkräfte. In den nächsten zehn Jahren werden voraussichtlich weitere 1,85 Millionen Beschäftigte in Rente gehen. Internationale Studierende, die diese Lücken oft schließen, streben 1,6-mal häufiger eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis an als solche, die ursprünglich nur kurzfristig bleiben wollten. Tatsächlich entschieden sich 26 Prozent der Befragten, die für ein zeitlich begrenztes Studium nach Deutschland kamen, später für einen Verbleib – nachdem sie eine Arbeitsstelle gefunden hatten.
Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen haben einen klaren Vorteil: Sie finden dreimal häufiger eine Anstellung als Migrantinnen und Migranten, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisen. Doch der Erfolg hängt maßgeblich von praktischer Erfahrung und Sprachkenntnissen ab. Wer während des Studiums Praktika absolviert, praxisnahe Abschlussarbeiten in Kooperation mit Unternehmen schreibt oder fachbezogene Nebenjobs ausübt, steigert seine Jobchancen deutlich. Hingegen haben es jene schwerer, die aus finanzieller Not in branchenfremde Tätigkeiten gedrängt werden und so nur schwer in den Arbeitsmarkt einsteigen können.
Trotz der Bedeutung von Deutschkenntnissen bieten nur etwa 15 Prozent der Studiengänge für internationale Studierende verpflichtende Sprachkurse an. Selbst in englischsprachigen Positionen bleiben gute Deutschkenntnisse ein entscheidender Faktor bei Einstellungsentscheidungen.
Um diese Probleme anzugehen, führen Hochschulen zunehmend neue Initiativen ein. Die Programme zielen darauf ab, die Vernetzung mit der Wirtschaft zu stärken und Studierende besser auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten.
Der Bericht unterstreicht, wie wichtig gezielte Unterstützung für internationale Studierende ist. Wer über relevante Berufserfahrung und Deutschkenntnisse verfügt, findet deutlich leichter einen Job. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels könnte eine bessere Vorbereitung auf den Berufseinstieg helfen, langfristig mehr qualifizierte Absolventinnen und Absolventen in Deutschland zu halten.






