Europas Industrie warnt vor CO₂-Kosten: "Klimapolitik gefährdet unsere Wettbewerbsfähigkeit"
Piotr DietzEuropas Industrie warnt vor CO₂-Kosten: "Klimapolitik gefährdet unsere Wettbewerbsfähigkeit"
Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben in einem Brief an die EU-Spitze ihre Besorgnis über steigende CO₂-Kosten zum Ausdruck gebracht. Das Schreiben, unterzeichnet von Konzernen wie ArcelorMittal, BP und BASF, warnt davor, dass die aktuelle Klimapolitik die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas gefährdet.
Nach den EU-Vorgaben müssen Industrieanlagen Verschmutzungszertifikate erwerben, um Treibhausgase ausstoßen zu dürfen. Mit dem „Fit für 55“-Klimapaket wurden die meisten kostenlosen Zuteilungen schrittweise abgeschafft, sodass Unternehmen die Zertifikate nun auf dem Markt kaufen müssen. Dadurch sind die Kosten für Betriebe gestiegen, die ihre Emissionen nicht schnell genug reduzieren – während gleichzeitig das Angebot an Zertifikaten schrumpft.
Die Unternehmen argumentieren, dass Europa mit der rasanten Erhöhung der CO₂-Preise allein agiert. Das Emissionshandelssystem spiegle die globale Realität nicht mehr wider, heißt es in dem Brief. Zudem werden fehlende Infrastrukturen für Strom, Wasserstoff sowie CO₂-Transport und -Speicherung als Hindernisse für die industrielle Transformation genannt.
Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein. Dieser zielt auf kohlenstoffintensive Importe ab, nimmt jedoch Länder mit eigenem Emissionshandelssystem aus. Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen in Klimamaßnahmen, darunter den Ausbau von Wasserstoffnetzen.
Die Hersteller fordern nun sofortiges Handeln, um den Kostendruck zu stoppen und die industrielle Basis Europas zu schützen. Ihr Appell erfolgt vor der anstehenden Reform des EU-Emissionshandels. Zu den Unterzeichnern zählen führende Unternehmen aus den Bereichen Stahl, Chemie und Energie.
