05 June 2026, 11:14

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – was jetzt passiert

EU-Gehaltstransparenzrichtlinie: 'Das Bauchgefühl bei Gehältern wird in Zukunft rechtlich riskant'

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – was jetzt passiert

Deutschland hat die EU-Frist für die Einführung neuer Regeln zur Gehaltstransparenz verpasst. Das Land hätte die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz bis zum 7. Juni umsetzen müssen, doch die Deadline wurde nicht eingehalten. Die zuständigen Behörden haben die notwendige Abstimmung für das Inkrafttreten des Gesetzes noch nicht abgeschlossen.

Die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz zielt darauf ab, Lohnungleichheiten offenzulegen, indem Unternehmen verpflichtet werden, Gehaltsinformationen zu veröffentlichen. Damit soll die ungleiche Bezahlung von Beschäftigten in vergleichbaren Positionen bekämpft werden. Die deutsche Bundesregierung hat die Umsetzung jedoch verzögert.

Zuständig für die Koordinierung ist das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Trotz abgelaufener Frist hat das Ministerium die erforderlichen Abstimmungsprozesse noch nicht abgeschlossen. Ein neuer Zeitplan für die Umsetzung steht noch aus.

Franziska Martin, Redakteurin mit Schwerpunkt Arbeitswelt, begleitet die Auswirkungen der Richtlinie auf Unternehmen. Zuvor arbeitete sie im Technologie-Ressort des Manager Magazins und berichtete über KI und deren Einfluss auf die Arbeitswelt. Heute liegt ihr Fokus darauf, wie Künstliche Intelligenz und Transparenzgesetze die Beschäftigungspraxis verändern.

Durch die Verzögerung müssen deutsche Unternehmen vorerst keine Pflichten zur Offenlegung von Gehaltsstrukturen erfüllen. Arbeitnehmer, die Klarheit über faire Löhne suchen, müssen weiter warten. Wann die Richtlinie tatsächlich umgesetzt wird, hängt von den nächsten Schritten des Ministeriums ab.

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